Straßenumbenennung: Warum Lorenz Jaegers Name in NRW verschwinden soll
Elias KochStraßenumbenennung: Warum Lorenz Jaegers Name in NRW verschwinden soll
Forderungen nach Umbenennung von Straßen zu Ehren von Lorenz Jaeger nehmen in Nordrhein-Westfalen zu
Der ehemalige Erzbischof von Paderborn, der die Diözese von 1941 bis 1973 leitete, steht wegen seiner Rolle bei der Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kritik. Nun setzen sich lokale Politiker und Anwohner in mehreren Städten – darunter Arnsberg, Werl und Wenden – für eine Umbenennung ein.
Eine Studie zu Missbrauchsfällen hatte ergeben, dass Jaeger und sein Nachfolger in die Vertuschung von Übergriffen innerhalb der Diözese verwickelt waren. Als Reaktion darauf fordern SPD und CDU in Arnsberg gemeinsam die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim. Bei einer öffentlichen Versammlung am 20. April können Anwohner Vorschläge für einen neuen Straßennamen einbringen.
In Werl wurden die Anwohner der Kardinal-Jaeger-Straße bereits von der Stadtverwaltung kontaktiert. Sowohl der Stadtrat von Werl als auch der von Wenden wollen im Mai über mögliche Umbenennungen beraten. Die Stadt Olpe ist bereits vorangegangen und hat ihr katholisches Jugendzentrum 2023 umbenannt.
Außerhalb dieser Städte trägt nur noch Paderborn öffentliche Plätze mit Jaegers Namen – die Lorenz-Jaeger-Straße und einen benachbarten Platz. Beide sollen nun umbenannt werden. Auch die CDU in Arnsberg hat sich mittlerweile von dem verstorbenen Kardinal distanziert und unterstützt die Forderungen nach einem Wandel.
Die Umbenennungsinitiativen spiegeln eine grundsätzliche Neubewertung von Jaegers Erbe wider. Falls die Pläne in Arnsberg, Werl und Wenden umgesetzt werden, folgen sie damit dem Vorbild Olpes und entfernen seinen Namen aus dem öffentlichen Raum. Endgültige Entscheidungen werden nach Bürgerbefragungen und Abstimmungen in den kommunalen Gremien in den kommenden Monaten erwartet.






