Stephan Zinner hält erste Fastenrede auf dem Nockherberg – ein Neuanfang mit Tradition
Elias Koch"Sammlung, Schreiben, Wegwerfen, Wegwerfen": Wie Stephan Zinner sich auf seine Fastenrede vorbereitet - Stephan Zinner hält erste Fastenrede auf dem Nockherberg – ein Neuanfang mit Tradition
Schauspieler Stephan Zinner hält erste Fastenrede auf Münchens legendärem Nockherberg-Fest
Am Mittwoch, dem 4. März, wird Schauspieler Stephan Zinner seine erste Fastenrede auf dem berühmten Nockherberg-Fest in München halten. Bekannt für seine langjährige Parodie auf Markus Söder, übernimmt er damit eine Rolle mit tiefen Wurzeln in der bayerischen Tradition. Die Veranstaltung, die live um 19 Uhr im BR übertragen wird, markiert einen Neuanfang für die satirische Redereihe nach den Kontroversen des Vorjahres.
Das Nockherberg-Fest blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1651 brauten Paulaner-Mönche im Kloster Neudeck während der Fastenzeit starkes Bier. Das erste offizielle Starkbierfest fand dort 1780 statt, bevor es 1861 nach Nockherberg verlegt wurde, nachdem die Paulaner Brauerei das Gelände übernommen hatte. Die Tradition der Fastenrede begann 1891 mit dem Münchner Humoristen Jakob Geis und zählte seitdem scharfsinnige Redner wie Walter Sedlmayr und Bruno Jonas zu ihren Vertretern.
Zinner löst Maximilian Schafroth ab, der 2025 nach Kritik an seiner als zu beißend empfundenen Rede zurücktrat. Für seinen Auftritt sammelt Zinner derzeit Ideen, feilt am Skript und entscheidet, welche Themen er ausklammert. Seine Erfahrung als Söder-Darsteller in den Nockherberg-Revuen verschafft ihm dabei einen Vorteil – er kennt die lebendige Atmosphäre des Ortes bestens.
Neben der Satire stehen für Zinner 2026 drei große Schauspielprojekte an: Er ermittelt als Kommissar in einem Fall der Reihe Polizeiruf 110 und setzt sich mit Themen wie Recht und Gerechtigkeit auseinander. Zudem kehrt die zweite Staffel von Himmel, Herrgott, Sakrament zurück, begleitet vom neuen Eberhofer-Krimi Steckerlfisch-Fiasko. Obwohl er selbst nicht gläubig ist, hat die Arbeit an der Serie seine Sicht auf die katholische Kirche geprägt. Als Reformvorschlag regt er die Abschaffung des Zölibats an, um die Institution zu modernisieren.
Die Fastenrede 2026 wird am 4. März um 19 Uhr live im BR übertragen und führt eine Tradition fort, die Humor, Politik und bayerische Kultur verbindet. Zinners Auftritt reiht sich in die lange Liste satirischer Redner ein, bringt aber auch seine eigene Perspektive aus Theater und Film mit. Das Event bleibt ein Höhepunkt im Münchner Festkalender – nicht nur wegen des scharfen Witzes, sondern auch wegen des starken Bieres.
Eine Tradition der Satire: Von Geis bis Schafroth, die Fastenredner-Tradition im Nockherberg
Die Fastenredner-Tradition im Nockherberg reicht bis 1891 zurück, als Jakob Geis sie begann, und entwickelte sich von obszönen Gstanzeln-Liedern zu scharfer politischer Satire. Wichtige Vorgänger sind:
- Michael Lerchenberg (2010), der nach kontroversen Bemerkungen zurücktrat.
- Maximilian Schafroth (2019–2025), dessen Rücktritt 2025 auf Kritik an seinem 'zu scharfen' Ton folgte.
- Walter Sedlmayr und Bruno Jonas, die die Rolle in ihre heutige Form brachten. Nun folgt Zinner dieser traditionsreichen Linie.