Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und sozialistischen Stil-Ikone wurde
Felix HoffmannModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und sozialistischen Stil-Ikone wurde
1966 führte die DDR Steffi ein, eine Modepuppe für Jugendliche. Die staatlich entworfene Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie entwickelte sich schnell zu einem kulturellen Symbol. Mit ihrem markanten Stil und vielfältigen Outfits spiegelte sie die Modetrends der Zeit wider und vermittelte gleichzeitig sozialistische Werte.
Entworfen wurde Steffi von der Designerin Margot Schmied, die die Puppe nach ihrer eigenen Tochter benannte. Die Produktion begann 1971 im VEB Plasticart-Werk in Waltershausen, einer Kleinstadt im Thüringer Wald. Ihr erwachsenes Erscheinungsbild mit auffälligem Make-up entsprach dem Modebild der 1960er-Jahre in der DDR.
Ihr Kleiderschrank umfasste rund 30 Berufsoutfits – von Arbeiterkleidung bis hin zu einem Kosmonautenanzug. Einige Entwürfe erinnerten sogar an die Uniformen der Interflug-Stewardessen, der staatlichen Fluggesellschaft. Mit einem Preis von 16 DDR-Mark war Steffi für viele Familien ein Luxusgut.
Anders als Barbie wurde Steffi von Anfang an in verschiedenen Hauttönen produziert und bot damit mehr ethnische Vielfalt. Sie wurde auch exportiert und oft an ausländische Würdenträger verschenkt, was der DDR wertvolle Devisen einbrachte. Heute erzielen vintage Steffi-Puppen Preise zwischen 20 und 200 Euro, je nach Zustand und Zubehör.
Die moderne Steffi LOVE-Puppe, vertrieben von der Simba-Dickie-Gruppe, hat keine Verbindung zur ursprünglichen DDR-Version.
Steffi bleibt eine nostalgische Ikone, die sowohl für ostdeutsches Design als auch für sozialistische Ideale steht. Sammler schätzen heute ihre markanten Outfits und ihr selbstbewusstes Styling. Ihr Erbe lebt weiter, auch wenn die ursprüngliche und die moderne Version auf dem Markt nebeneinander existieren.