Solingens neue Gesamtschule scheitert an mangelnder Planung und Vertrauensverlust
Julian KleinSolingens neue Gesamtschule scheitert an mangelnder Planung und Vertrauensverlust
Solingens Pläne für eine neue Gesamtschule stoßen auf Rückschläge, nachdem der ursprüngliche Vorschlag wegen mangelnder Einbindung der betroffenen Schulen kritisiert wurde. Die Freien Demokraten (FDP) haben nun unter Auflagen ihre Zustimmung signalisiert, bleiben aber skeptisch gegenüber dem Vorgehen der Stadtverwaltung. Die Änderungen am ursprünglichen Plan sehen vor, dass weniger Klassen schrittweise abgebaut werden als zunächst vorgesehen.
Die Verwaltung der Stadt hatte ursprünglich eine Umstrukturierung der Solinger Sekundarschulen sowie des Schulzentrums Vogelsang vorgeschlagen. Nach Kritik, dass die Behörden nicht direkt mit den betroffenen Schulen zusammengearbeitet hätten, wurde der Plan überarbeitet. Die aktualisierte Fassung sieht vor, pro Jahrgangsstufe eine Realschulklasse und drei Klassen der Sekundarschule zu ersetzen – statt der ursprünglich geplanten Kürzungen.
Der bildungspolitische Sprecher der FDP, Daniel Schirm, monierte, dass das fehlende Einvernehmen mit den Schulen das Vertrauen beschädigt habe. Seine Partei hat inzwischen eine offizielle Anfrage eingereicht, um die Auswirkungen des Vorhabens zu prüfen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt. Gleichzeitig verzeichnen derzeit nur zwei der vier bestehenden Solinger Gesamtschulen mehr Anmeldungen als Plätze verfügbar sind.
Laut Prognosen der Stadt wird die Schülerzahl in den nächsten fünf Jahren um etwa 1.000 steigen. Trotz dieses Wachstums wird jedoch kein einziges neues Schulgebäude aus dem Entwicklungsplan innerhalb dieses Zeitrahmens fertiggestellt sein. Die Unterstützung der FDP bleibt davon abhängig, ob der Vorschlag nachweisen kann, dass er eine ausgewogene Schülerschaft schaffen kann – ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Gesamtschulen.
Der überarbeitete Plan geht nun mit vorsichtiger Rückendeckung der FDP in die nächste Runde. Sollte er genehmigt werden, wird die neue Gesamtschule schrittweise bestimmte Klassen reduzieren, während sie gleichzeitig mehr Schüler aufnimmt. Die Verwaltung muss jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der langfristigen Kapazitäten und der Zusammenarbeit mit den Schulen ausräumen.






