Solingen trauert um Hans-Heinrich Dehl – ein Leben für die Stadt
Hans-Heinrich Dehl, gebürtiger Solinger und angesehener Verwaltungsführer, ist tot
Mit scharfem Verstand, tiefer Menschlichkeit und unerschütterlicher Hingabe an seine Heimatstadt prägte Hans-Heinrich Dehl über zwei Jahrzehnte lang das öffentliche Leben Solingens. Als Problemlöser mit Weitblick hinterließ er Spuren in der Rechtsverwaltung, im Katastrophenschutz und bei der kommunalen Modernisierung. Kollegen und Weggefährten erinnern sich an einen Mann, dessen Einfluss weit über die Grenzen klassischer Verwaltungsarbeit hinausreichte.
Dehls Verbindung zu Solingen begann früh: Als junger Mann trat er den Jungdemokraten bei und legte damit den Grundstein für seine spätere politische Laufbahn. 1969 zog er als FDP-Vertreter in den Stadtrat ein – der Beginn seines öffentlichen Wirkens.
Fünf Jahre später wechselte er von der kommunalen Vertretung in die Stadtverwaltung und übernahm das Amt des Beigeordneten. Zuständig für Rechtsangelegenheiten, öffentliche Sicherheit und Ordnung, setzte er mit pragmatischem Geschick Akzente. Als überzeugter Modernisierer trieb er die frühe Einführung von Computertechnik in der Kommunalverwaltung voran.
Von 1976 bis 1987 und erneut zwischen 1991 und seinem Ruhestand 1995 fungierte Dehl als Stadtdirektor und allgemeiner Vertreter des Oberstadtdirektors. Sein Wirken beschränkte sich dabei nicht auf Routineaufgaben: 1981 führte er die gesamte Stadtverwaltung für sechs Monate kommissarisch, als die Spitze vakant war. Zudem leitete er über Jahre die Krankenhausabteilung und sprang zeitweise als interimistischer Chef der Solinger Stadtwerke ein.
Doch sein besonderes Herzblut galt der Feuerwehr und dem Zivilschutz. Kollegen schätzten an ihm die Fähigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen, ohne jemals die Bedürfnisse der Solinger Bürgerinnen und Bürger aus den Augen zu verlieren.
Bürgermeister Tim Kurzbach sprach der Familie sein Beileid aus und würdigte Dehl als "treuen Freund, der den Weg Solingens über Generationen mitgeprägt hat". Sein Erbe lebt weiter in den Systemen, die er stärkte, den Technologien, die er einführte, und den vielen Menschen, deren Leben er durch Jahrzehnte des Dienstes berührte. Die Stadt trauert um eine Persönlichkeit, deren Werk und Wärme unauslöschliche Spuren hinterließen.






