Solingen steht unter Druck: Tarifstreit im Städtischen Klinikum spitzt sich zu
Felix HoffmannSolingen steht unter Druck: Tarifstreit im Städtischen Klinikum spitzt sich zu
Der politische Druck auf das Städtische Klinikum Solingen wächst, faire Arbeitsbedingungen für sein Servicepersonal durchzusetzen. Sowohl die SPD als auch das Bündnis für Solingen (BfS) drängen auf einen zügigen Abschluss eines Tarifvertrags mit der Gewerkschaft ver.di. Sie argumentieren, dass die Ausgliederung der Beschäftigten in ein kommunales Dienstleistungsunternehmen zu ungerechten Lohnunterschieden und Arbeitsplatzunsicherheit geführt habe.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Entscheidung aus dem Jahr 2023, Serviceaufgaben in ein separates Unternehmen auszulagern. Die SPD räumt ein, dass dieser Schritt durch die finanzielle Belastung im Krankenhaussektor motiviert war, warnt nun aber, eine Rückabwicklung sei kaum umsetzbar. Angesichts hoher Personalzahlen und steigender Kosten fordert die Partei stattdessen bis zum 1. Oktober einen verbindlichen Tarifvertrag.
Die Ungleichbehandlung zwischen Servicekräften und dem Stammpersonal des Klinikums stößt auf scharfe Kritik. BfS-Stadtrat Jan-Michael Lange verurteilte das "Zwei-Klassen-System", während der Aufsichtsratsmitglied Patrick Hinck die unverzichtbare Rolle von Reinigungskräften, Küchenmitarbeitern und Haustechnikern im Klinikalltag betonte. Das BfS pocht auf faire Löhne, sichere Rentenansprüche und stabile Verträge für alle Beschäftigten.
Die Altersvorsorge bleibt ein zentraler Streitpunkt in den Verhandlungen. Sowohl der SPD-Vertreter Horst Koss als auch das BfS heben hervor, dass eine DGB-nahe Gewerkschaft die Lösung vorantreiben müsse. Ohne Einigung drohe dem Servicepersonal weiterhin ein niedrigeres Einkommen und schlechtere Sozialleistungen im Vergleich zu den direkt beim Klinikum beschäftigten Kollegen.
Der Appell zum Handeln kommt kurz vor dem Stichtag am 1. Oktober. Ein Tarifvertrag würde die Löhne und Renten der Servicekräfte angleichen und die Kluft zum Stammpersonal verringern. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Ausgliederung die Belegschaft weiter spaltet – oder ob faire Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden können.






