Solingen setzt auf pflegeleichte Gräber: Warum Urnenbestattungen boomen
Amelie FrankeSolingen setzt auf pflegeleichte Gräber: Warum Urnenbestattungen boomen
Bestattungstraditionen in Solingen im Wandel: Immer mehr Menschen entscheiden sich für schlichte, pflegeleichte Alternativen
In Solingen verändern sich die Bestattungsgewohnheiten, da sich immer mehr Menschen für einfache, wartungsarme Grabformen entscheiden. Die evangelischen Friedhöfe der Stadt bieten mittlerweile Wiesengräber, Kolumbarien und Baumbestattungen an, um der Nachfrage gerecht zu werden. Gleichzeitig haben Urnenbeisetzungen in den letzten Jahren die Sargbestattungen überholt.
Noch vor einem Jahrzehnt waren Sarg- und Urnenbestattungen auf den evangelischen Friedhöfen Solingens fast gleichauf. Bis 2022 entfielen jedoch bereits über zwei Drittel aller Beerdigungen auf Urnen. Dieser Wandel geht einher mit dem Aufstieg neuer Grabformen wie Wiesengräbern oder Kolumbarien, die kaum Pflege erfordern – die Friedhofsverwaltung übernimmt die Instandhaltung gegen eine einmalige Gebühr.
Viele Angehörige bevorzugen diese unkomplizierten Lösungen, besonders wenn sie nicht in der Nähe von Solingen wohnen. Zu den besonderen Angeboten zählen etwa das Kunst- und Kultur-Urnengrab auf dem Friedhof Kasinostraße und der Garten der Hoffnung auf dem Friedhof Grünbaumstraße. Beide bieten individuelle Orte der Erinnerung.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Öffnung der evangelischen Friedhöfe für Nicht-Mitglieder – ein Bruch mit der bisherigen Praxis. Trotz dieser Veränderungen bleibt die jährliche Zahl der Bestattungen mit 800 bis 850 stabil.
Für Preise und weitere Informationen verweist die Stadt auf die Website friedhoefe-solingen.de.
Der Trend zu pflegeleichten Grabstätten spiegelt praktische Bedürfnisse und sich wandelnde Vorlieben wider. Da Urnenbestattungen mittlerweile dominieren, passen sich Solingens Friedhöfe weiter den modernen Anforderungen an. Die neuen Optionen sorgen dafür, dass die Grabpflege für Angehörige – unabhängig von ihrem Wohnort – überschaubar bleibt.






