Sinaloa erlebt dramatischen Anstieg getöteter Polizisten seit 2022
Dramatischer Anstieg bei Polizeimorden in Sinaloa: 1.100 Prozent mehr getötete Beamte seit 2022
Eine besorgniserregende Welle von Gewalt hat den mexikanischen Bundesstaat Sinaloa erfasst: Die Zahl der getöteten Polizisten ist seit 2022 um 1.100 Prozent gestiegen. Experten führen die Krise auf marode öffentliche Sicherheit, prekäre Arbeitsbedingungen und die unerbittliche Gewalt der Drogenkartelle zurück. Beamte sehen sich zunehmend extremen Risiken ausgesetzt – oft unterlegen bewaffnet und unzureichend auf die täglichen Gefahren vorbereitet.
Zwischen 2022 und April 2026 wurden in ganz Mexiko 1.596 Polizeibeamte auf staatlicher und kommunaler Ebene getötet. Allein in Sinaloa stieg die Zahl dramatisch an: Vier Beamte starben 2022, fünf im Jahr 2023 und sechzehn 2024. 2025 erreichte die Bilanz 48 Tote, und in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 kamen weitere fünfzehn hinzu.
Polizisten in Sinaloa berichten von desaströsen Arbeitsbedingungen, darunter veraltete 9-mm-Dienstwaffen, die gegen das Arsenal der Kartelle kaum eine Chance haben. Einige Kollegen wurden ermordet, weil ihnen angebliche Verbindungen zu kriminellen Gruppen vorgeworfen wurden, andere warfen das Handtuch, statt sich den wachsenden Gefahren auszusetzen. Fachleute wie der Analyst Juan Carlos Montero Bagatella kritisieren, dass Umstrukturierungen der Polizei kaum etwas gegen die Kartellkämpfe ausrichten konnten – die Sicherheitskräfte bleiben schutzlos zurück.
Asael Nuche González macht den drastischen Anstieg der Morde an der jahrelangen Vernachlässigung der Sicherheitsinstitutionen fest. Elsa Verónica Jiménez Jiménez betont unterdessen den dringenden Bedarf an professioneller Ausbildung, besserer Ausstattung und angemessenen Ressourcen. Doch nicht nur Sinaloa ist betroffen: Auch Bundesstaaten wie Guanajuato, Guerrero und Michoacán zählen zu den gefährlichsten Regionen für Polizisten – ein landesweites Alarmzeichen.
Die eskalierende Gewalt in Sinaloa offenbart systemische Versäumnisse im Sicherheitssektor. Ohne grundlegende Reformen werden Beamte weiter übermäßigen Gefahren ausgesetzt sein. Die Daten zeigen eine besorgniserregende Verschärfung der Lage – und keine Entwarnung für diejenigen, die an vorderster Front stehen.
