Schweiz lehnt Pflicht-Nachrüstung von LKW mit Totwinkel-Warnsystemen ab
Felix HoffmannSchweiz lehnt Pflicht-Nachrüstung von LKW mit Totwinkel-Warnsystemen ab
Die Schweizer Regierung hat einen Vorschlag abgelehnt, der die Nachrüstung älterer Lastwagen und Busse mit Totwinkel-Warnsystemen vorschreiben sollte. Bruno Storni, Nationalrat aus dem Tessin, hatte sich für die Nachrüstung eingesetzt, um die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern zu verbessern. Die Behörden argumentieren jedoch, dass die Kosten und technischen Herausforderungen den Nutzen überwiegen.
Zwischen 2011 und 2024 führten Totwinkel-Unfälle in der Schweiz zu 26 Toten, 35 Schwerverletzten und 70 Leichtverletzten. Diese Zahlen lösten Forderungen nach strengeren Sicherheitsvorkehrungen für große Fahrzeuge aus. Stornis Initiative zielte darauf ab, solche Unfälle durch den Einbau von Warnsystemen in ältere Lastwagen und Busse zu reduzieren.
Der Bundesrat lehnte den Plan ab und verwies auf Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Systeme und möglicher Fehlalarme. Die Nachrüstung aller 60.000 registrierten Lastwagen würde rund 300 Millionen Schweizer Franken kosten. Zudem betonte die Regierung, dass Lastwagen in der Schweiz in der Regel etwa acht Jahre im Einsatz bleiben.
Statt einer verpflichtenden Nachrüstung setzt die Regierung auf den schrittweisen Ersatz älterer Fahrzeuge durch neuere Modelle, die bereits über Totwinkel-Technologie verfügen. Dieser Ansatz vermeidet die hohen Kosten und technischen Risiken, die mit der Umrüstung bestehender Flotten verbunden wären.
Die Entscheidung bedeutet, dass es vorerst keine Änderungen für ältere Lastwagen und Busse geben wird. Sicherheitsverbesserungen werden sich auf die natürliche Erneuerung der Fahrzeugflotte über die Zeit stützen. Radfahrer und Fußgänger bleiben bis dahin den Risiken durch Totwinkel-Unfälle ausgesetzt.






