Schweiz baut größte Lachsfarm am Walensee mit Kreislauftechnik
Schweizer Größte Lachsfarm entsteht am Walensee
Am Ufer des Walensees soll die größte Lachsfarm der Schweiz entstehen. Die Anlage setzt auf moderne, landgestützte Kreislaufsysteme zur Zucht von Atlantischem Lachs und will damit einen beträchtlichen Teil des inländischen Bedarfs decken. Geplant sind eine teilweise Solarstromnutzung sowie strenge Maßnahmen zur Wasseraufbereitung.
Betrieben wird die Farm mit geschlossenen Kreislaufanlagen (Recirculating Aquaculture Systems, RAS), in denen bis zu 1,5 Millionen Lachse gehalten werden sollen. Das Wasser wird aus mindestens 50 Metern Tiefe dem Walensee entnommen, durch Vorfiltration, Sandreinigung und UV-Behandlung gereinigt und anschließend zurückgeleitet. Solarpanels sollen einen Teil des Energiebedarfs der Anlage decken.
Die jährliche Produktion könnte bis zu 4.000 Tonnen Atlantischen Lachs erreichen – etwa 10 Prozent der aktuellen Schweizer Importe an Zuchtlachs. Die Fische durchlaufen neun Wachstumsphasen und benötigen rund zwei Jahre, bis sie marktreif sind. Das Unternehmen versichert, dass die Lachse ohne Mikroplastik und Antibiotika aufgezogen werden.
Mit dem Projekt sollen 50 Arbeitsplätze entstehen; der Betrieb soll 2029 aufgenommen werden. Zwar gibt es in der Schweiz bereits kleinere RAS-Lachsfarmen, wie etwa die vom WWF zertifizierte Anlage im Misox (Graubünden), doch die geplante Farm stößt bei der Tierschutzorganisation Fair-Fish auf Kritik, die Bedenken hinsichtlich des Tierwohls in RAS-Systemen anmeldet.
Die Walensee-Farm setzt auf erneuerbare Energien und kontrollierte Wasseraufbereitung. Geplant ist die Produktion großer Lachsmengen ohne bestimmte Chemikalien. Trotz der Einwände von Tierschützern wird das Vorhaben vorangetrieben.
