RWE plant riesige künstliche Seen aus Braunkohletagebauen – doch die Risiken sind gewaltig
Julian KleinRWE plant riesige künstliche Seen aus Braunkohletagebauen – doch die Risiken sind gewaltig
RWE treibt umstrittene Pläne voran, aus zwei riesigen Braunkohletagebauen im rheinischen Revier künstliche Seen zu machen. Die Vorhaben, die sich über tausende Hektar erstrecken, sollen einige der tiefsten Gewässer Europas entstehen lassen. Doch Kritiker warnen vor Umweltgefahren und mangelnder Planung für den langfristigen Schutz vor Verschmutzung.
Die Tagebaue Hambach und Garzweiler, die zum rheinischen Braunkohlerevier gehören, fördern derzeit jährlich rund 100 Millionen Tonnen Braunkohle. RWE betreibt einige der schmutzigsten Kraftwerke Europas, die jährlich 75 Millionen Tonnen CO₂ ausstoßen. Dennoch will das Unternehmen die ausgebeuteten Gruben in Seen umwandeln: Der Hambach-See soll 4.200 Hektar umfassen und bis zu 400 Meter tief werden, der Garzweiler-See 2.300 Hektar mit einer Tiefe von über 200 Metern.
Für die Flutung dieser Seen werden mehr als 3,6 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt – gewonnen aus nahegelegenen Flüssen über einen Zeitraum von mindestens 40 Jahren. Doch Deutschlands Flüsse, darunter der Rhein, leiden bereits unter schweren Wasserknappheiten durch den Klimawandel. Zweifel bestehen, ob genug Wasser verfügbar sein wird, um das Projekt überhaupt abschließen zu können.
Die Umweltbedenken gehen jedoch über die Wasserversorgung hinaus. RWE verfügt über keine belastbare Strategie zur Bewältigung des verschmutzten Sickerwassers aus den Abraumhalden, das die neuen Seen versauern könnte. Experten bezeichnen die Pläne des Unternehmens zur Bodensanierung als alarmierend unzureichend – mögliche langfristige Umweltschäden bleiben damit ungelöst.
RWEs Seenprojekte werden die Landschaft des Rheinlands für Jahrzehnte prägen. Ohne gesicherte Wasserquellen oder wirksame Maßnahmen gegen Verschmutzung bleibt der Erfolg dieser künstlichen Gewässer ungewiss. Die mangelnde Vorbereitung des Konzerns könnte der Region dauerhafte Umweltprobleme hinterlassen.






