08 June 2026, 14:37

Russland plant schärfere Regeln gegen Betrug mit neuem "Anti-Betrug 2.0"-Gesetz

Banken oder Telekommunikationsbetreiber sollen Opfer von Betrug entschädigen

Russland plant schärfere Regeln gegen Betrug mit neuem "Anti-Betrug 2.0"-Gesetz

Ein neuer Gesetzentwurf in Russland zielt darauf ab, Opfer von Betrug besser zu schützen, indem sie Entschädigungen von Banken oder Telekommunikationsanbietern verlangen können. Die als „Anti-Betrug 2.0“ bekannte Vorlage wurde von Vize-Ministerpräsident Dmitri Grigorenko auf dem Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF) 2026 vorgestellt. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, führt es strengere Maßnahmen ein, um betrügerische Transaktionen zu verhindern und Finanzinstitute für Sicherheitsmängel zur Verantwortung zu ziehen.

Der Entwurf wurde der Staatsduma vorgelegt und passierte im Februar 2026 die erste Lesung. Nun steht die zweite Beratung an, bevor er möglicherweise in Kraft tritt. Zu den zentralen Bestimmungen gehört die Verpflichtung für Banken und Telekommunikationsanbieter, klarere Verfahren zur Erkennung betrügerischer Transaktionen einzuführen.

Das Gesetz sieht zudem technische Maßnahmen vor, darunter die Kennzeichnung eingehender internationaler Anrufe und die Einrichtung eines Systems zur Nachverfolgung von Zahlungskarten. Diese Schritte sollen das Risiko von Betrugsversuchen gegen Privatpersonen verringern. Der Entwurf stellt jedoch klar, dass Nutzer nicht vollständig geschützt sind, wenn sie Warnungen ignorieren – eine Entschädigung kommt nur infrage, wenn eine Institution ihre Sicherheitsstandards nicht einhält.

Erstmals berichtete die Rossijskaja Gaseta über die Initiative, später griff auch die Nachrichtenagentur Chabarowsker Gebiet Heute das Thema auf. Nach den geplanten Regelungen erhielten Betroffene eine Entschädigung in Höhe des durch Betrüger verlorenen Betrags – vorausgesetzt, die Bank oder der Anbieter habe die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt.

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Der Gesetzentwurf markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Cyberbetrug in Russland. Bei einer Verabschiedung würde er einen Teil der Verantwortung auf Finanzinstitute verlagern, während gleichzeitig von Einzelpersonen weiterhin Wachsamkeit verlangt wird. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Staatsduma, während der Entwurf in die zweite Lesung geht.

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