Republikaner wollen H-1B-Visum radikal reformieren – was ändert sich für Fachkräfte?
Julian KleinRepublikaner wollen H-1B-Visum radikal reformieren – was ändert sich für Fachkräfte?
Eine Gruppe republikanischer Abgeordnete hat einen Gesetzentwurf zur grundlegenden Reform des H-1B-Visumprogramms in den USA eingebracht. Der unter dem Titel „American White-Collar Worker Jobs Act“ vorgestellte Entwurf wird von dem texanischen Kongressabgeordneten Chip Roy angeführt und zielt darauf ab, das System für ausländische Fachkräfte grundlegend zu ändern.
Im Fokus steht das H-1B-Visum, das es internationalen Fachkräften ermöglicht, in spezialisierten Berufen in den USA zu arbeiten. Sollte der Entwurf verabschiedet werden, müssten Visuminhaber nachweisen, dass sie ihren Hauptwohnsitz in ihrem Heimatland beibehalten und nicht beabsichtigen, dauerhaft in den USA zu bleiben.
Zu den zentralen Neuerungen gehört die Abschaffung des Programms „Optional Practical Training“ (OPT) für internationale Studierende. Zudem würden Visumsverlängerungen für Antragsteller, die auf eine Green Card warten, gestrichen und die maximale Visumdauer von sechs auf zwei Jahre verkürzt.
Der Gesetzentwurf sieht außerdem eine Reform des Auswahlverfahrens vor, bei dem Bewerber mit den höchsten Gehaltsangeboten priorisiert werden sollen. Unternehmen, die H-1B-Kräfte einstellen, müssten strengere Auflagen erfüllen. Die Initiative knüpft an jüngste Änderungen der Trump-Regierung an, darunter eine geplante Gebühr von 100.000 Dollar für Neuanträge – ein Vorhaben, das ein Bundesrichter aufgrund rechtlicher Bedenken vorläufig blockiert hat.
Die Aussichten, dass der Entwurf Gesetz wird, erscheinen jedoch ungewiss. Die knappe republikanische Mehrheit im Kongress sowie möglicher Widerstand von Demokraten, Gemäßigteren und Wirtschaftskreisen verringern die Chancen auf eine Verabschiedung. Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Rahmenbedingungen für ausländische Fachkräfte, die in den USA arbeiten möchten, deutlich verschärfen.






