13 March 2026, 23:01

Prominente Ökonomin Ulrike Malmendier verlässt den Sachverständigenrat überraschend

Eine alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".

Prominente Ökonomin Ulrike Malmendier verlässt den Sachverständigenrat überraschend

Die renommierte Ökonomin Ulrike Malmendier scheidet aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aus, nachdem ihre Amtszeit nicht verlängert wurde. Die Entscheidung fiel trotz ihres hohen Profils und ihrer Beiträge seit ihrer Berufung im Jahr 2022. Kritiker hinterfragen nun, welche Signalwirkung dies auf Wissenschaftler und Politiker gleichermaßen hat.

Malmendiers Ernennung 2022 galt als wichtiger Schritt für den Rat. Als international angesehene Ökonomin von der Universität Kalifornien in Berkeley brachte sie frische Impulse in die wirtschaftspolitische Debatte ein. Während ihrer Amtszeit schlug sie Reformen für die Frühverrentung vor und unterstrich damit ihren praxisorientierten Ansatz.

Das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundeskanzlei blockierten gemeinsam eine Verlängerung ihres zum 28. Februar ausgelaufenen Vertrags. Offiziell wurde der Bedarf an stärkerer Expertise in den Bereichen Makroökonomie und internationale Wirtschaftsbeziehungen angeführt. Zudem gab es Bedenken wegen ihrer vermeintlich mangelnden Übereinstimmung mit ordoliberalen Prinzipien – eine Haltung, die vor allem aus Kreisen der CDU Kritik auslöste. Auch die hohen Reisekosten von ihrem Wohnsitz in San Francisco wurden als Grund genannt.

Jens Südekum, ein enger Berater von Finanzminister Lars Klingbeil, bedauerte ihren Abgang öffentlich. Er warnte, dass das abrupte Ende ihrer Tätigkeit andere Wissenschaftler davon abhalten könnte, sich in politischen Beratungsgremien zu engagieren.

Mit Malmendiers Ausscheiden entsteht eine Lücke im Sachverständigenrat. Die Entscheidung offenbart die Spannungen zwischen akademischer Expertise und politischen Erwartungen. Ihr Rückzug könnte künftig beeinflussen, wie Ökonomen die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen bewerten.

AKTUALISIERUNG

Rat bedauert Malmendiers Abgang, deutet politische Spannungen an

Der Sachverständigenrat hat sich offiziell zu Ulrike Malmendiers Abgang geäußert und ihre Beiträge in Schutz genommen. Wichtige Punkte aus ihrer Stellungnahme sind:

  • Der Rat hat die Entscheidung, ihren Mandat nicht zu verlängern, mit großer Überraschung und tiefem Bedauern aufgenommen.
  • Sie betonten ihre internationale akademische Reputation, die in der langen Geschichte des Rates einzigartig ist.
  • Der Rat wird ihre äußere Perspektive aus den USA auf Europa und Deutschland vermissen.