Pitbull-Attacke in Altstätten spaltet St. Gallen: Braucht es strengere Hundegesetze?
Amelie FrankePitbull-Attacke in Altstätten spaltet St. Gallen: Braucht es strengere Hundegesetze?
Pitbull-Attacke in Altstätten entfacht Debatte über Hunderegulierung in St. Gallen
Ein kürzlicher Vorfall mit einem Pitbull in Altstätten hat die Diskussion über schärfere Hundegesetze im Kanton St. Gallen neu entfacht. Während sich die Kantonsregierung gegen strengere Vorschriften sperrt, setzen Nachbarregionen wie Zürich und Thurgau bereits auf rassenspezifische Beschränkungen. Nun steht die Frage im Raum, ob St. Gallen diesem Beispiel folgen oder an seinem bisherigen Kurs festhalten soll.
Auch der Schweizer Rottweiler Club hat sich in die Debatte eingeschaltet – nach einer verlorenen Klage gegen das Rottweiler-Verbot in Zürich. Dies erhöht den Druck auf die laufenden Verhandlungen.
Im Juni 2025 löste ein Pitbull-Angriff in Altstätten Forderungen nach verschärften Kontrollen für Hunde in St. Gallen aus. Die grüne Kantonsrätin Margot Benz reagierte mit einer Motion: Sie schlug vor, für bestimmte Rassen eine Bewilligungspflicht einzuführen und für neue Halter:innen verpflichtende Schulungen vorzuschreiben.
Die Kantonsregierung lehnt diese Pläne jedoch ab. Behördenvertreter argumentieren, es gebe keine klaren Belege dafür, dass manche Rassen gefährlicher seien als andere. Aktuell schreibt St. Gallen vor, Hunde in ausgewiesenen öffentlichen Zonen und im öffentlichen Verkehr an der Leine zu führen – Rassverbote oder Bewilligungspflichten gibt es aber nicht.
Andere Kantone gehen deutlich strenger vor: Der Thurgau beschränkt 14 Rassen, darunter Staffordshire Terrier, Bullterrier und Dobermänner. Halter:innen müssen dort Sonderbewilligungen erwerben und ihre Hunde von April bis Juli in Wäldern und an Waldrändern anleinen. Auch Zürich setzt auf Rassverbote – eine Regelung, gegen die der Schweizer Rottweiler Club kürzlich vor Gericht zog. Nach der Niederlage kündigte der Verein Berufung an, was die Thematik weiter in der Öffentlichkeit hält.
In St. Gallen bleibt die Debatte unentschieden: Während der Kantonsrat über strengere Gesetze berät, hält die Regierung an ihrer ablehnenden Haltung fest. Sollte die Motion durchkommen, könnten künftig Bewilligungen für bestimmte Rassen und Schulungen für Halter:innen Pflicht werden. Bis dahin bleiben die Regeln im Kanton unverändert – während die Nachbarregionen an ihren eigenen Restriktionen festhalten.






