09 June 2026, 10:29

Österreich will Gender-Pay-Gap mit strengeren Transparenzregeln bekämpfen

Österreichs Plan gegen den Gender-Pay-Gap: Neue Transparenzregeln für Unternehmen

Österreich will Gender-Pay-Gap mit strengeren Transparenzregeln bekämpfen

Österreich hat einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen verringern soll. Der Vorschlag, den Arbeitsministerin Korinna Schumann bei der Bundesregierung eingereicht hat, sieht strengere Transparenzregeln für Unternehmen vor und orientiert sich an den EU-Vorgaben zur Lohngleichheit.

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Aktuell beträgt der Gender-Pay-Gap in Österreich 17,6 Prozent. Trotz Anpassungen für Teilzeitarbeit und Branchenunterschiede verdienen Frauen im Schnitt mindestens sechs Prozent weniger als Männer. Kern des Entwurfs ist die Verpflichtung für Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten, alle drei Jahre einen Lohnbericht vorzulegen. Größere Firmen ab 250 Mitarbeitenden müssen dies sogar jährlich tun. Die Berichte sollen Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern offenlegen und mögliche Diskriminierungen aufdecken.

Falls die Lohnlücke in einem Betrieb fünf Prozent übersteigt – ohne dass es dafür eine sachliche, geschlechterneutrale Begründung gibt –, müssen korrigierende Maßnahmen ergriffen werden. Damit reagiert Österreich auf die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz, die der EU-Rat im April 2023 beschlossen hatte. Ziel der Richtlinie ist es, Lohndiskriminierung wirksam zu bekämpfen und mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen.

Allerdings hat Österreich, wie die meisten anderen EU-Länder, die Frist zur Umsetzung der Richtlinie bereits verpasst. Der aktuelle Gesetzentwurf soll nun nachträglich die notwendigen Anpassungen bringen und das Land näher an die europäischen Standards heranführen. Mit den geplanten Regeln will Österreich die Lohnungleichheit systematisch angehen. Ob die Maßnahmen ausreichen, um den Gender-Pay-Gap nachhaltig zu senken, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Umsetzung der EU-Richtlinie bleibt für viele Mitgliedstaaten weiterhin eine Herausforderung.

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