Orangene Bänke gegen Frauenhass werden zunehmend Ziel von Angriffen
In mehreren deutschen Städten wurden orangefarbene Bänke beschädigt, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen sollen. Gleichzeitig berichten Gleichstellungsbeauftragte von einer besorgniserregenden Zunahme an Angriffen – von verbalen Beleidigungen bis hin zu direkten Drohungen. Die Vorfälle ereignen sich in einem Klima wachsender Feindseligkeit gegenüber feministischen Positionen. In Wiesbaden verschwand eine der markanten orangefarbenen Bänke vollständig, während in Osnabrück eine solche Bank mit Graffiti beschmiert wurde. In Annweiler veränderten Unbekannte zudem den auf einer Bank angebrachten Slogan. Die Meldestelle Antifeminismus dokumentierte allein im Jahr 2024 bereits 558 Vorfälle – das entspricht durchschnittlich zehn Angriffen pro Woche.
Gleichstellungsbeauftragte warnen vor einer Eskalation der Bedrohungen, die von Budgetkürzungen über verbale Angriffe bis hin zu konkreten Drohungen reichen. Eine Beauftragte in Baden-Württemberg erhielt sogar Todesdrohungen, nachdem rechtsextreme Aktivisten vor ihrer Haustür aufgetaucht waren. Der Deutsche Frauenrat betont, dass Antifeminismus längst nicht mehr nur im rechtsextremen Milieu verankert sei, sondern zunehmend breitere Zustimmung finde.
Ein Kongress in Lübeck setzte sich kürzlich mit der wachsenden Herausforderung durch Antifeminismus auseinander. Die Teilnehmer:innen diskutierten über Strategien, um der steigenden Gewalt und Hetze entgegenzuwirken. Die Angriffe auf die orangefarbenen Bänke und die Bedrohungen gegen Gleichstellungsbeauftragte zeigen, wie stark antifeministische Haltungen in der Gesellschaft an Einfluss gewinnen. Die Meldestelle Antifeminismus und der Deutsche Frauenrat fordern daher verstärkte Maßnahmen, um Betroffene zu schützen und der Entwicklung entgegenzusteuern.






