17 March 2026, 16:24

NRW verschärft Kampf gegen Slums und ausbeuterische Vermieter mit neuem Wohnungsgesetz

Schwarzes und weißes Schild auf einem Gebäude mit der Aufschrift "Bitte keine Verschmutzung von Verursachern wird verfolgt Keine Ablagerung."

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen mit Schrottimmobilien stoppt - NRW verschärft Kampf gegen Slums und ausbeuterische Vermieter mit neuem Wohnungsgesetz

Nordrhein-Westfalen geht mit neuem Gesetz gegen Wohnungsmissbrauch und Slum-Bedingungen vor

Die Landesregierung hat das Gesetz für faires Wohnen verabschiedet, um ausbeuterische Mietpraktiken, Missstände in Arbeiterunterkünften und Sozialbetrug zu bekämpfen. Strengere Regeln, höhere Bußgelder und erweiterte Eingriffsbefugnisse stehen bevor – einige Änderungen könnten bereits im Herbst dieses Jahres in Kraft treten.

Das Gesetzesvorhaben zielt auf langjährige Probleme in Städten wie Düsseldorf, Köln, Bochum und Duisburg ab. In den vergangenen fünf Jahren häufen sich dort Verstöße in Wohnheimen für Arbeitskräfte. So leiteten die Staatsanwaltschaften in Düsseldorf und Köln 2023 Strafverfahren gegen Vermieter wegen Körperverletzung und Nötigung ein. Bochum verhängte 2024 Nutzungsverbote und Strafen von bis zu 500.000 Euro, während Duisburg 2025 den Abriss illegaler Gebäude anordnete.

Künftig wird die Grenze für genehmigungsfreie Kurzzeitvermietungen von 90 auf 56 Tage pro Jahr gesenkt. Vermieter, die gegen das Gesetz verstoßen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro rechnen. Kommunen erhalten zudem mehr Kompetenzen, um Anmeldungen und Qualitätskontrollen durchzusetzen – inklusive einer verpflichtenden "Fair-Wohnen-Zertifizierung" für Unterkünfte.

Die Behörden bekommen schärfere Instrumente, um gegen Problemimmobilien vorzugehen, etwa durch die Einsetzung von Treuhändern oder Enteignungen. Letztere kommen jedoch nur infrage, wenn Kaufverhandlungen scheitern und das Grundstück anschließend wieder Wohnzwecken zugeführt wird. Erstmals wird zudem ein Verbot ausbeuterischer Wohnraumvermittlung eingeführt.

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Über den Wohnungssektor hinaus soll das Gesetz Sozialbetrug bekämpfen. Dafür ist ein verstärkter Datenaustausch zwischen Behörden vorgesehen, um Missbrauch von Leistungen aufzudecken. Das Land prüft zudem eine bundesweite Initiative, um Sozialzahlungen zu sperren, die kriminelle Strukturen finanzieren.

Das Fair-Wohnen-Gesetz markiert einen deutlichen Kurswechsel im Umgang mit Wohnungsmissständen in Nordrhein-Westfalen. Mit härteren Strafen, erweiterten Kontrollmöglichkeiten und strengeren Mietregeln soll es die Lebensbedingungen verbessern und Ausbeutung verhindern. Bei Verabschiedung könnten die Änderungen den Wohnungsmarkt in den betroffenen Städten noch in diesem Herbst grundlegend verändern.

Quelle