07 May 2026, 04:16

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Spezialisten gegen digitale Kriminalität

Polizeibeamte in Uniform stehen vor einer Menge, einige halten Waffen, mit Absperrungen und Schildern im Vordergrund und Gebäuden, Bäumen und Laternen im Hintergrund während eines Anti-Terror-Einsatzes in Wien, Österreich.

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Spezialisten gegen digitale Kriminalität

Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine große Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten zur Online-Ermittlung auszubauen. Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf treibt die Initiative voran: Es erweitert seine Teams für Open-Source-Intelligence (OSINT) und schult Beamte in der gesamten Region. Das Programm umfasst neue Spezialeinheiten, gezielte Fortbildungen und ein standardisiertes digitales Werkzeugset, um die Fähigkeiten der Behörden zur Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Informationen zu verbessern.

Die OSINT-Abteilung des LKA ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Was einst als kleines Zweier-Team begann, ist heute eine voll besetzte Unterabteilung mit 16 Spezialisten – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Ihr Fokus liegt auf der Gewinnung von Erkenntnissen aus offenen Quellen wie sozialen Medien.

Fabian Coenen leitet die Unterabteilung 22.2, die sich mit OSINT bei politisch motivierter Kriminalität befasst. Zu seinem Team gehört Laura Ellrich, die 2022 in den Staatsschutz wechselte und im Herbst 2024 in Coenens Einheit aufgenommen wurde. Ihre Arbeit unterstützt polizeiliche Großoperationen durch schnelle Recherchen und Sofortanalysen in Eilfällen.

Parallel dazu wurden sechs neue OSINT-Spezialeinheiten eingerichtet, die den Staatsschutz unterstützen. Diese Teams bieten allgemeine Recherchehilfe und zeitnahe Auswertungen für dringende Fälle.

Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Regierungslehrer, verantwortet die OSINT-Schulungen am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Seine Kurse richten sich sowohl an neue LKA-Mitarbeiter als auch an Beamte der „Digitalen Streifen“ – Einheiten, die in den sechs regionalen Polizeibehörden des Landes eingesetzt werden.

Um einheitliche Standards zu gewährleisten, haben Restemeyer und sein Team ein standardisiertes Online-Schulungstool entwickelt. Es stellt sicher, dass alle Teilnehmer die operativen und rechtlichen Anforderungen erfüllen, bevor sie Ermittlungen durchführen.

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Das Projekt „Digitale Streife“ selbst startete im September 2024. Es brachte zehn neue Beamte ins LKA und band fast 100 weitere Polizeikräfte aus regionalen Einheiten ein, die alle in OSINT-Methoden geschult wurden.

Die Ausweitung markiert einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Erkenntnisse sammelt und nutzt. Mit mehr Spezialisten, strukturierten Ausbildungsprogrammen und dedizierten Einheiten will die Behörde ihre Fähigkeiten zur Überwachung und Bekämpfung von Online-Bedrohungen stärken. Die Initiative spiegelt die bundesweiten Bestrebungen wider, die Polizei an die Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Welt anzupassen.

Quelle