Neusser Nordkanalbrücke: Denkmalschutz statt Abriss für historisches Bauwerk?
Julian KleinNeusser Nordkanalbrücke: Denkmalschutz statt Abriss für historisches Bauwerk?
Historische Brücke in Neuss könnte bald unter Denkmalschutz stehen
Eine historische Brücke in Neuss könnte bald den Status eines geschützten Baudenkmals erhalten, nachdem sich eine lokale politische Gruppierung für ihren Erhalt eingesetzt hat. Die von dem renommierten Architekten Klaus Rohlinger entworfene Konstruktion überspannt den Nordkanal und gilt bei den Anwohnern als beliebtes Wahrzeichen. Nun mehren sich die Stimmen, die ihre kulturelle und architektonische Bedeutung anerkennen wollen, bevor Pläne für einen Neubau voranschreiten.
Die Brücke an der Ecke Nordkanalallee und Selikumer Straße zählt zu den frühesten Betonbauten der Stadt. Entworfen wurde sie von dem Neusser Architekten Klaus Rohlinger – Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA) von 1904 bis 1929 – und gilt als seltenes Beispiel des frühen Ingenieurbaus des 20. Jahrhunderts. Zu Rohlingers weiteren bekannten Werken in der Region gehören das ehemalige Herz-Jesu-Kloster, der Kamillus-Hof-Komplex und das St.-Anna-Kinderheim.
Trotz ihrer Beliebtheit bei Fußgängern und Radfahrern droht der Brücke der Abriss, um Platz für eine moderne, schnellere Radverbindung zu schaffen. Als Reaktion darauf hat die Fraktion jetzt! einen Antrag auf Unterschutzstellung eingereicht. Kerstin Wilke, Geschäftsführerin der Fraktion, argumentiert, dass der historische und kulturelle Wert der Brücke eine Ausweisung als Baudenkmal rechtfertigt.
Der Kulturausschuss hat den Vorschlag inzwischen an den Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung und Mobilität weitergeleitet. Bei einer Zustimmung wird die Stadt beim Unteren Denkmalbehörde einen offiziellen Eintrag in die Neusser Denkmalliste beantragen. Unterstützer schlagen zudem vor, eine Informationstafel anzubringen, um Rohlingers Beitrag zum architektonischen Erbe der Stadt zu würdigen.
Die Zukunft der Brücke liegt nun in den Händen der lokalen Behörden, die ihren Erhalt gegen die Anforderungen moderner Infrastruktur abwägen müssen. Eine erfolgreiche Unterschutzstellung würde sicherstellen, dass das Bauwerk Teil des Neusser Kulturerbes bleibt, während eine Informationstafel Besucher über seinen Schöpfer aufklären könnte. Bis dahin nutzen und schätzen die Anwohner die Brücke weiter – während die Diskussionen andauern.






