Neuköllns Bezirksbürgermeister rügt Stadträtin wegen Nahost-Posts auf Instagram
Julian KleinNeuköllns Bezirksbürgermeister rügt Stadträtin wegen Nahost-Posts auf Instagram
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat Stadträtin Janine Wolter wegen ihrer Aktivitäten in sozialen Medien offiziell gerügt. Im Mittelpunkt steht das Teilen von Instagram-Beiträgen zum Nahostkonflikt. Die Angelegenheit wurde bei einer Bezirksverordnetenversammlung am Mittwochabend erörtert.
Janine Wolter, in Neukölln zuständig für Bildung, hatte Beiträge eines politischen Influencers geliked oder geteilt, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Sie betonte, die Inhalte nicht selbst erstellt zu haben. In ihrer Stellungnahme verwies sie auf eine einzige Story vom Oktober 2025, die nach 24 Stunden wieder verschwand.
Martin Hikel argumentierte, ein solches Verhalten stehe nicht im Einklang mit der geforderten Ausgeglichenheit, Zurückhaltung und Neutralität einer Stadträtin in verantwortungsvoller Position. Wolter erklärte daraufhin, künftig keine Inhalte des Influencers mehr zu teilen, und bestätigte, diesem nicht mehr zu folgen.
Die Neuköllner SPD-Spitze hatte Wolter zuvor als Hikels Nachfolgerin vorgeschlagen; ihre Kandidatur wurde später auf einem Parteitag bestätigt. Hikel selbst hatte im November angekündigt, nicht erneut anzutreten – mit Verweis auf mangelnde Rückendeckung in der eigenen Partei.
Die Rüge unterstreicht die Spannungen um das öffentliche Auftreten in der Kommunalpolitik. Trotz der Kritik bleibt Wolter Kandidatin für die Bezirksamtsspitze. Die Debatte spiegelt die allgemeinen Erwartungen an Neutralität in öffentlichen Ämtern wider.
