Neuer Prozess um 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal beginnt in Bonn
Julian KleinCum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - Neuer Prozess um 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal beginnt in Bonn
Ein neuer Rechtsstreit um den Cum-Ex-Steuerskandal hat in Bonn begonnen. Das Landgericht muss nun erneut prüfen, ob 40 Millionen Euro von Christian Olearius, dem ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter der M.M. Warburg Bank, eingezogen werden. Dies folgt einem Urteil des Bundesgerichtshofs, der eine frühere Entscheidung in der Sache aufgehoben hatte.
Christian Olearius war einst eine Schlüsselfigur bei M.M. Warburg & Co. KG. Zwischen 2007 und 2011 genehmigte und überwachte er Dividendenstripping-Geschäfte, durch die die Bank unrechtmäßig rund 190 Millionen Euro an Steuererstattungen erhielt. Der Cum-Ex-Skandal, einer der größten Steuerbetrugsfälle der deutschen Geschichte, kostete den Staat Milliarden.
2022 verurteilte das Landgericht Hamburg Olearius wegen besonders schwerer Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von vier Jahren und einer Geldstrafe von zwei Millionen Euro. Obwohl er seine Unschuld beteuert, legte er Berufung gegen das Urteil ein. Später wurden die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn wegen gesundheitlicher Bedenken eingestellt.
Nun rückt Bonn in den Fokus. Die Staatsanwaltschaft drängt auf die Einziehung von 40 Millionen Euro, die Olearius laut Vorwurf durch den Skandal erlangt hat. Die neue Verhandlung wird entscheiden, ob diese Konfiszierung durchgeführt wird. Bemerkenswert ist, dass Olearius nicht persönlich an den Verhandlungen teilnehmen muss.
Die Entscheidung des Bonner Gerichts wird klären, ob Olearius die umstrittenen 40 Millionen Euro abgeben muss. Seine Rolle im Cum-Ex-Skandal bleibt rechtlich ungeklärt, selbst wenn andere Aspekte des Falls bereits abgeschlossen sind. Das Ergebnis wird ein weiteres Kapitel in Deutschlands größtem Steuerbetrugsverfahren markieren.






