Neue Methode entdeckt Kartoffelkrebs frühzeitig – Hoffnung für Landwirte in Europa
Amelie FrankeNeue Methode entdeckt Kartoffelkrebs frühzeitig – Hoffnung für Landwirte in Europa
Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um den Kartoffelkrebs frühzeitig mithilfe flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) nachzuweisen. Das von Wissenschaftlern der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg entwickelte Verfahren könnte Landwirten helfen, Infektionen zu erkennen, bevor sie sich ausbreiten. Dieser Durchbruch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Krankheit weiterhin Kartoffelbestände in ganz Europa bedroht.
Kartoffelkrebs wird durch den Pilz Synchytrium endobioticum verursacht, dessen Sporen mehr als 40 Jahre im Boden überdauern können. Weder extreme Hitze, Frost noch chemische Behandlungen vermögen sie zu zerstören. Sobald die Krankheit nachgewiesen wird, drohen betroffenen Feldern jahrzehntelange Anbaubeschränkungen, was für die Erzeuger erhebliche finanzielle Verluste bedeutet.
Die neue Nachweismethode analysiert sieben spezifische VOCs, die auf eine Infektion hinweisen. Labor- und Kleinfeldversuche in Deutschland und den Niederlanden haben vielversprechende Ergebnisse geliefert, doch ist das Verfahren noch nicht flächendeckend im kommerziellen Einsatz. Aktuell laufen weitere Tests in Forschungseinrichtungen wie dem Rki und der Universität Wageningen, ein großflächiger Praxiseinsatz auf Bauernhöfen steht jedoch noch aus.
Bei Erfolg könnte dieser Ansatz zu einem tragbaren Schnelltest für den Feldeinsatz führen. Langfristig könnte die VOC-Analyse auch helfen, andere Pflanzenkrankheiten in Kartoffeln, Mais und Bohnen zu erkennen.
Die Methode befindet sich noch in der Evaluierungsphase, doch erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sie die Bekämpfung von Kartoffelkrebs revolutionieren könnte. Ein zuverlässiger Test würde Landwirten ermöglichen, schnell zu handeln und das Risiko einer langfristigen Bodenkontamination zu verringern. Weitere Versuche sollen zeigen, wie wirksam die Methode unter realen landwirtschaftlichen Bedingungen ist.
Brechen durch: Studie im Fachjournal veröffentlicht und Methode auf wissenschaftlicher Grundlage und nächsten Schritten
Die Forschung wurde nun im Journal of Plant Diseases and Protection veröffentlicht und damit ihre Peer-Review-Status bestätigt. Wichtige Details sind:
- Die leitende Forscherin Sarah Vermeeren nutzte maschinelles Lernen, um die Komplexität der VOC-Daten zu reduzieren.
- Die Methode verbindet Gaschromatographie-Massenspektrometrie mit statistischer Analyse.
- Die Forscher bestätigten sieben VOCs, die zuverlässig Infektionsmuster anzeigen.
- Die nächsten Schritte umfassen die Entwicklung eines mobilen Feldtests für Landwirte.