Nastassja Kinski fordert Streichung umstrittene Szene – Wenders lehnt ab und rudert zurück
Felix HoffmannNastassja Kinski fordert Streichung umstrittene Szene – Wenders lehnt ab und rudert zurück
Die Debatte über den Umgang mit umstrittenen Szenen in Filmklassikern ist neu entfacht worden. Im Mittelpunkt steht die halbnackte Darstellung der damals 13-jährigen Nastassja Kinski in Falsche Bewegung. Ihr langjähriger Wunsch, die Szene zu stürzen, erhielt erst Aufmerksamkeit, nachdem Regisseur Wim Wenders ihre Bitte öffentlich abgelehnt hatte.
Kinski hatte jahrelang darauf gedrängt, die Aufnahmen aus dem Film zu entfernen. Als Wenders dies verweigerte, zog das Thema größere Kreise. Später entschuldigte er sich bei ihr und zog den Film vorübergehend aus dem Verkehr.
Die Kontroverse brachte unterschiedliche Meinungen ans Licht. Manche sind der Ansicht, Filme könnten ohne Verlust ihres künstlerischen Werts bearbeitet werden. Andere bestehen darauf, dass Originalwerke unangetastet bleiben müssen. Die Diskussion zeigte zudem, dass es mehr Bewusstsein braucht – statt sich auf Hinweise oder Warnungen zu verlassen.
Auch andere Schauspielerinnen berichteten von ähnlichen Erfahrungen. Jodie Foster, die mit zwölf Jahren in Taxi Driver mitspielte, äußert sich oft humorvoll darüber. Brooke Shields hingegen hatte Schwierigkeiten, ihre Rolle als 11-jährige Kinderprostituierte in Pretty Baby zu rechtfertigen. Auch Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst sprachen über die Herausforderungen umstrittenen Rollen und die Verantwortung des Publikums.
Kinskis Haltung veränderte die Debatte um solche Themen. Statt Wenders pauschal mit anderen Skandalen in einen Topf zu werfen, entstand eine differenziertere Diskussion. Viele stehen nun vor der Frage, wie man problematische Inhalte der Filmgeschichte angemessen aufarbeiten kann.






