Münster plant Fußgängerzone in der Wilhelm-Bockelmann-Straße – ein Schritt zur autofreien Innenstadt
Amelie FrankeMünster plant Fußgängerzone in der Wilhelm-Bockelmann-Straße – ein Schritt zur autofreien Innenstadt
Ein neuer Vorschlag zielt darauf ab, einen Teil der Wilhelm-Bockelmann-Straße in Münster in eine Fußgängerzone umzuwandeln. Der von der SPD eingebrachte Plan folgt auf jahrelange Debatten über Verkehrssicherheit und Stadtplanung in dem Gebiet. Bei einer Genehmigung könnte er einen zentralen Abschnitt der Innenstadt grundlegend verändern.
Der SPD-Vorschlag konzentriert sich auf einen Abschnitt der Wilhelm-Bockelmann-Straße sowie den Heinrich-Peters-Platz und Teile des Veestherrnwegs. Befürworter argumentieren, dass die Umgestaltung die Sicherheit verbessern würde, da Autofahrer regelmäßig die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreiten – was Lärm und Gefahren für Fußgänger sowie Radfahrer mit sich bringt. Die Stadtverwaltung hat bereits ihre Unterstützung signalisiert und das Projekt als Möglichkeit bezeichnet, die Attraktivität der Stadt zu steigern.
Beate Spieker von den Grünen hat eine Testphase für die Fußgängerzone vorgeschlagen. Die Verwaltung bereitet nun einen offiziellen Beschlussentwurf für die nächste Ratssitzung vor. Ausnahmen sollen es dem wöchentlichen Markt und Lieferfahrzeugen weiterhin ermöglichen, das Gebiet zu erreichen.
Die politischen Reaktionen fallen weitgehend positiv aus. Stefan Sorge von der Münster-Union bezeichnete die Idee als sinnvoll, schlug jedoch vor, am Walter-Erbes-Platz zeitlich begrenztes Parken wieder einzuführen. Jens-Oliver Kaiser von der CDU-Fraktion unterstützte den Plan und verwies auf ausreichend Parkmöglichkeiten in der Nähe für Gewerbetreibende. Harved Scheiger von den Grünen forderte unterdessen eine Ausweitung der Zone auf die gesamte Straße und eine Einbindung der lokalen Händler in die Diskussionen.
Der aktuelle Vorschlag knüpft an jahrelange Debatten an. Seit 2021 standen drei der fünf geplanten Abschnitte der Wilhelm-Bockelmann-Straße – insbesondere die Teile 1, 2 und 4 – im Fokus ähnlicher Verkehrskonzepte und Bürgerinitiativen, darunter die Kampagne Münster autofrei sowie frühere städtische Pläne aus den Jahren 2023 und 2024.
Die Fußgängerzone ließe sich mit geringem Aufwand einführen und würde gleichzeitig langjährige Verkehrsprobleme angehen. Die Stadtverwaltung wird nun eine detaillierte Vorlage für die weitere Beratung ausarbeiten. Bei einer Zustimmung wären die Änderungen ein weiterer Schritt in Münsters laufenden Bemühungen, seine urbanen Räume neu zu gestalten.