Mexikos verlorene Generation: Warum jeder fünfte Jugendliche ohne Perspektive bleibt
Elias KochMexikos verlorene Generation: Warum jeder fünfte Jugendliche ohne Perspektive bleibt
In Mexiko bleibt die Zahl untätiger junger Menschen seit Jahren auf hohem Niveau. Fast jeder fünfte Jugendliche ist weder in Ausbildung noch erwerbstätig – fast doppelt so viele wie im Durchschnitt der OECD-Staaten. Trotz politischer Maßnahmen wie ausgeweiteter Stipendien und Sozialprogramme zeigt sich kaum Fortschritt, während systemische Probleme wie Ungleichheit und veraltete Bildungsstrukturen die Situation verschärfen. Laut Bildungsexperten wie Fernando Ruiz halten tiefgreifende strukturelle Defizite die Lage seit über einem Jahrzehnt unverändert. Dazu zählen informelle Beschäftigung, ungleiche Chancen und langjährige Bildungslücken, die junge Menschen demotivieren. Viele sehen kaum Anreiz, in der Schule zu bleiben, da veraltete Lehrpläne, schlechte Schulbedingungen und begrenzte Zukunftsperspektiven ihre Motivation mindern.
Forscherinnen wie Jimena Hernández betonen, dass finanzielle Unterstützung allein die Ursachen nicht bekämpft. Mexiko gehört seit Jahren zu den OECD-Ländern mit der größten Zahl abgehängter Jugendlicher. Obwohl die Regierung seit 2019 Stipendien und Sozialprogramme ausbaut, bleibt der Anteil der 15- bis 29-Jährigen ohne Beschäftigung oder Ausbildung bei rund 20 Prozent – ein Wert, der deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegt.
Die Folgen zeigen sich auch in der Wirtschaft: Viele junge Mexikaner finden nur informelle Arbeit oder bleiben ganz ohne Perspektive. Solange diese systemischen Probleme nicht angegangen werden, wird sich an der Situation wenig ändern. Trotz verschiedener Reformversuche bleibt die Lage für junge Menschen in Mexiko prekär. Ohne grundlegende Änderungen in Bildungssystem und Arbeitsmarkt droht die hohe Zahl untätiger Jugendlicher weiterhin ein strukturelles Problem des Landes zu bleiben – mit langfristigen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.
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