Mexikos Lehrergewerkschaft nutzt WM 2026 als Druckmittel für Reformen
Mexikos Gewerkschaft der Bildungswerker nutzt WM 2026 für ihre Forderungen
Die Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE), Mexikos nationale Gewerkschaft der Bildungswerker, will die anstehende FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2026 nutzen, um ihre langjährigen Forderungen voranzutreiben. Da das Turnier am 11. Juni in Mexiko-Stadt beginnt, plant die Gewerkschaft, die globale Aufmerksamkeit zu nutzen, indem sie Proteste ausweitet und ihre Botschaft an internationale Besucher richtet.
Die CNTE hält seit Wochen einen unbefristeten Streik und ein Protestcamp in Mexiko-Stadt aufrecht, an dem sich Schätzungen zufolge rund 10.000 Lehrkräfte beteiligen. Zu ihren zentralen Forderungen gehören die Abschaffung des Rentenreformgesetzes ISSSTE von 2007, die Rücknahme der Bildungsreformen, höhere Löhne sowie eine Reform des Rentensystems. Zudem lehnt die Gewerkschaft das aktuelle System individueller Altersvorsorgekonten und die an der Unidad de Medida y Actualización (UMA) orientierten Rentenauszahlungen ab.
Um ihre Kampagne zu verstärken, bereitet die CNTE Informationsmaterial in mehreren Sprachen vor, das während der WM an ausländische Besucher und internationale Medien verteilt werden soll. Die Gewerkschaft der Bildungswerker aus dem Bundesstaat Guerrero (CETEG) wird zusätzliche Kontingente entsenden, um das Protestcamp zu verstärken und sich an den Demonstrationen zu beteiligen.
Die CNTE koordiniert sich zudem mit anderen sozialen Bewegungen, darunter Kollektive von Müttern, die nach verschwundenen Angehörigen suchen, Familien der 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa sowie Transportarbeiter. Zwar beabsichtigt die Gewerkschaft nicht, die Spiele im Aztekenstadion zu stören, doch will sie die mediale Präsenz des Turniers nutzen, um ihre Forderungen und die Anliegen verbündeter Gruppen in den Fokus zu rücken.
Ein zentrales Anliegen der CNTE ist ein direktes Treffen mit Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum, um ihre Beschwerden zu erörtern.
Die Strategie der Gewerkschaft zielt darauf ab, während der WM maximale Sichtbarkeit zu erlangen, um Druck auf die Behörden auszuüben. Durch die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und die Einbindung internationaler Öffentlichkeiten hofft die CNTE, politische Veränderungen vorantreiben zu können. Die Proteste und Öffentlichkeitskampagnen werden voraussichtlich bis zum Beginn des Turniers anhalten.






