Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Widerstand in Belarus
Julian KleinSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Widerstand in Belarus
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis 2022 für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Samstag im Krönungssaal von Aachen statt, wo sie für ihren "außergewöhnlichen Mut" geehrt wurde. Kolesnikowa, eine ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin, wurde nach der Weigerung, Belarus zu verlassen – trotz drohender Haft – zu einem Symbol des Widerstands.
In diesem Jahr teilt sich die Auszeichnung mit Mario Draghi, dem ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten. Der seit 1950 jährlich verliehene Preis würdigt Verdienste um die europäische Einigung und Wertegemeinschaft.
Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen den autoritären Machthaber Belarusslands, Alexander Lukaschenko, zu elf Jahren Straflager verurteilt worden. Anders als viele Oppositionelle entschied sie sich gegen das Exil und blieb im Land – selbst als die Repressionen zunahmen.
Zu den früheren Preisträgern des Karlspreises zählen Papst Franziskus, der französische Präsident Emmanuel Macron und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht ihren Widerstand gegen ein Regime, das für die brutale Unterdrückung von Kritik bekannt ist.
Nach Jahren in Haft wurde sie Ende 2025 entlassen. Deutschland hat sie seitdem aufgenommen und plant, ihr politisches Asyl zu gewähren. Ihr Fall bleibt ein zentraler Bezugspunkt in der Debatte über die Menschenrechtslage in Belarus und die angespannten Beziehungen zum Westen.
Die Verleihung lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf Kolesnikowas Kampf und die anhaltende Unterdrückung der Opposition in Belarus. Ihr Asyl in Deutschland verdeutlicht die fortbestehenden Spannungen zwischen Minsk und den europäischen Regierungen. Mit dem Preis reiht sie sich ein in die Liste globaler Führungspersönlichkeiten, die für ihren Einsatz für Demokratie und europäische Zusammenarbeit gewürdigt wurden.