15 March 2026, 04:15

Maria Kalesnikava nimmt Karlspreis nach Jahren in Haft persönlich entgegen

Eine Gruppe von vier Personen auf einem roten Teppich, die lächeln und für ein Foto posieren, mit einem "Liberty Justice for All Awards"-Schild im Hintergrund.

Maria Kalesnikava nimmt Karlspreis nach Jahren in Haft persönlich entgegen

Der Internationale Karlspreis zu Aachen, eine der angesehendsten Auszeichnungen Europas, wurde 2022 an drei belarussische Oppositionsführerinnen verliehen – in Würdigung ihres Kampfes gegen das autoritäre Regime in ihrem Land. Unter den Geehrten war Maria Kalesnikava, die jahrelang in Haft saß, bevor sie Ende 2025 freigelassen wurde. Diese Woche nahm sie die Auszeichnung nun persönlich bei einer Feier in Aachen entgegen.

Die Preisverleihung war bereits 2022 angekündigt worden und ehrte Swjatlana Zichanouskaja, Maria Kalesnikava und Veronika Zepkalo für ihr Engagement für demokratischen Wandel in Belarus. Kalesnikava konnte damals jedoch nicht an der Zeremonie teilnehmen – sie war im September 2020 in Minsk festgenommen und 2021 zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Ihre Situation änderte sich, nachdem Belarus im Dezember 2025 unter Druck der USA 120 politische Gefangene freiließ. Die Beziehungen zwischen Washington und Minsk hatten sich unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump verbessert, der den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko einst als "höchst respektierte" Persönlichkeit bezeichnet hatte. Inzwischen in Deutschland lebend, reiste Kalesnikava im März 2026 nach Aachen, um den Preis persönlich entgegenzunehmen.

Die Veranstaltung in Aachen vereinte europäische Führungspersönlichkeiten und Aktivistinnen. Kalesnikavas Anwesenheit unterstrich den anhaltenden Kampf für Demokratie in Belarus und sendete ein deutliches Signal der Solidarität. Die Feierlichkeiten betonten zudem die langjährige Rolle des Karlspreises bei der Förderung der europäischen Einheit seit seiner Gründung im Jahr 1950.

Die Annahme des Karlspreises durch Kalesnikava stellt einen seltenen Moment der Anerkennung für belarussische Oppositionsfiguren dar. Ihre Freilassung und die Preisverleihung fallen in eine Zeit des politischen Umbruchs in der Region. Die Veranstaltung festigt die Tradition des Preises, jene zu ehren, die sich für Freiheit und demokratische Werte in Europa einsetzen.

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