Logistikbranche in Deutschland steht vor massiven Insolvenzrisiken und Kostendruck
Felix HoffmannLogistikbranche in Deutschland steht vor massiven Insolvenzrisiken und Kostendruck
Die Wirtschaftslage für Deutschlands Transport- und Logistikbranche verschlechtert sich zusehends. Immer mehr Unternehmen des Sektors kämpfen mit wachsenden finanziellen Belastungen: Steigende Kosten und schmale Gewinnspannen setzen sie zunehmend unter Druck.
Allein im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikunternehmen in Deutschland Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent im Vergleich zu 2024. Der Negativtrend hält auch 2025 an: Die gemeldeten Zahlungsausfälle in den ersten Monaten dieses Jahres liegen bereits über dem Fünfjahresdurchschnitt.
Besonders gefährdet sind kleine und mittlere Speditionen. Wie der Kreditversicherer Atradius warnt, droht jedem vierten Betrieb ein hohes Ausfallrisiko. Viele arbeiten mit Margen von unter drei Prozent, während die Lohnkosten weiter steigen. Gleichzeitig müssen sie Vorfinanzierungskosten tragen – etwa für Diesel – und warten oft bis zu 60 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch Kunden.
Zusätzliche Belastungen bringen der Fachkräftemangel im Bereich der Lkw-Fahrer, die Kosten der Digitalisierung sowie die wachsende Konkurrenz durch osteuropäische Anbieter, die den Markt weiter unter Druck setzen. Weltweit hat die Analysefirma Oxford Economics ihre Wachstumsprognose für Transport- und Logistikdienstleistungen im Jahr 2025 auf 2,4 Prozent nach unten korrigiert – ein ganzer Prozentpunkt weniger als bisher erwartet.
Die Insolvenzquote deutscher Logistikfirmen ist in diesem Jahr um 5,6 Prozent gestiegen. Hohe Vorfinanzierungskosten, schmale Margen und steigende Dieselpreise belasten die Branche weiterhin schwer. Experten warnen: Ohne Entlastung könnte eine weitere Welle von Pleiten drohen.
