Lehrerstreik in Mexiko legt Schuljahr in zehn Bundesstaaten lahm
Ein landesweiter Lehrerstreik der Gewerkschaft CNTE hat den Abschluss des Schuljahres in mindestens zehn mexikanischen Bundesstaaten lahmgelegt. Über 1,4 Millionen Kinder sind von der Arbeitsniederlegung betroffen, die Teil einer größeren Welle ungelöster Konflikte mit der Bundesregierung ist.
Der Streik hat den mexikanischen Staatshaushalt bereits mehr als 586 Millionen Pesos (rund 34 Millionen Dollar) an Lohnzahlungen über zehn Tage gekostet. Jeder weitere Streiktag erhöht die Rechnung um zusätzliche 58,68 Millionen Pesos (etwa 3,4 Millionen Dollar). Die insgesamt „verlorenen“ Löhne übersteigen nun die für 2026 veranschlagten 284 Millionen Pesos für Lehrerfortbildungen um 150 %.
Der Konflikt entzündete sich, nachdem die Regierung Versprechen nicht einhielt, die sie der CNTE unter der Regierung der „Vierten Transformation“ gegeben hatte. Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und Bundesbeamten finden nun unter hohem Druck statt – nur Stunden vor der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft.
Obwohl das Allgemeine Bildungsgesetz keine expliziten Lohnabzüge für streikende Lehrer vorsieht, könnten die Landesregierungen rechtlich gesehen Gehälter für Fehlzeiten nach Arbeits- und Verwaltungsrecht einbehalten. Mehrere Bundesstaaten, darunter Oaxaca, Chiapas und Zacatecas, haben jedoch finanzielle Sanktionen ausgeschlossen. Das durchschnittliche Monatsgehalt eines streikenden Lehrers liegt bei 20.000 Pesos (etwa 1.170 Dollar).
Der Streik unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen der CNTE und der Regierung. Er reiht sich ein in eine Serie ungelöster nationaler Konflikte, darunter Streitigkeiten um den Ölkonzern Pemex, die suchenden Mütter und den Fall Ayotzinapa. Während die Gespräche feststecken, wachsen die finanziellen und bildungspolitischen Folgen weiter.






