Kritik an Guardian-Bericht: Wie das PopuList-Projekt Rechtsextremismus in Europa misst
Amelie FrankeKritik an Guardian-Bericht: Wie das PopuList-Projekt Rechtsextremismus in Europa misst
Die Berichterstattung des Guardian über das PopuList-Projekt hat in der jüdischen Gemeinschaft Kritik ausgelöst. Das Projekt hat maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung von als rechtsextrem eingestuften Parteien geprägt. Laut den Erkenntnissen des PopuList-Projekts liegt der Zuspruch für solche Parteien derzeit bei etwa 25 Prozent. Fast jeder vierte Wähler in Europa unterstützt demnach Gruppierungen, die als rechtsextrem gelten. Bei den jüngsten Wahlen haben sich fast 30 Prozent der Wähler für antiestablishment-Positionen entschieden.
Die Unterstützung für nationalkonservative Parteien hat sich seit Mitte der 1990er-Jahre nahezu verfünffacht. Die Debatte darüber, wie diese Gruppierungen klassifiziert und in den Medien dargestellt werden, bleibt jedoch umstritten. PopuList definiert den Begriff 'rechtsextrem' anhand ideologisch flexibler Kriterien und wendet diese Bezeichnung auch auf bürgerlich-konservative Parteien an. Der Guardian hat die Ergebnisse des PopuList-Projekts prominent aufgegriffen und damit die Diskussion über den Aufstieg rechtsextremer und antiestablishment-Parteien in Europa weiter angeheizt. Die dynamische Entwicklung der Wählerunterstützung unterstreicht die anhaltende Relevanz dieser politischen Strömungen.
