Krankenkassen-Mitarbeiter in NRW drohen mit Streiks wegen gescheiterter Tarifverhandlungen
Felix HoffmannKrankenkassen-Mitarbeiter in NRW drohen mit Streiks wegen gescheiterter Tarifverhandlungen
Beschäftigte der gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen bereiten Streiks vor – Tarifverhandlungen festgefahren
Rund 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DAK-Gesundheit, der AOK und der BARMER in Nordrhein-Westfalen sind von dem aktuellen Tarifkonflikt betroffen. Nach gescheiterten Verhandlungen über höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für den 24. Januar 2022 zu Warnstreiks aufgerufen.
ver.di fordert deutliche Lohnerhöhungen bei allen drei Krankenkassen. Für die Beschäftigten der DAK-Gesundheit verlangt die Gewerkschaft eine durchschnittliche Steigerung von 5,9 Prozent – mindestens jedoch 200 Euro – sowie 150 Euro mehr für Auszubildende, jeweils bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hingegen bieten lediglich eine jährliche Erhöhung von einem Prozent über drei Jahre an, ein Angebot, das ver.di kategorisch abgelehnt hat.
Bei der AOK entsprechen die Forderungen denen für die DAK-Gesundheit: 5,9 Prozent mehr Lohn (mindestens 200 Euro), 150 Euro zusätzlich für Auszubildende und eine Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Doch die Verhandlungen stocken erneut, da die AOK-Arbeitgeber planen, die Beschäftigten der AOK Nordost von einer möglichen Einigung auszuschließen. Die Gewerkschaft kritisiert diesen Schritt als ungerecht und spaltend.
Für die Mitarbeiter der BARMER strebt ver.di eine Lohnerhöhung von 3,8 Prozent (mindestens 150 Euro) an, zusätzlich 150 Euro für Auszubildende sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde – und das bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeber verweisen jedoch auf die finanzielle Belastung des gesetzlichen Krankenversicherungssystems und warnen, dass höhere Löhne zu Beitragserhöhungen führen könnten.
Monique Steeger, bei ver.di zuständige Fachbereichsleiterin für Sozialversicherung in Nordrhein-Westfalen, betonte, dass die Beschäftigten für ihren Einsatz Respekt und Anerkennung verdienten. Die Gewerkschaft wies Vorwürfe finanzieller Engpässe zurück und verwies darauf, dass der Bund den Krankenkassen 2022 Milliarden an pandemiebedingten Ausgleichszahlungen gewährt habe.
Die Warnstreiks am 24. Januar markieren eine weitere Zuspitzung des Konflikts. Da keine akzeptablen Angebote vorlägen, bestehe ver.di darauf, dass die Bezahlung die Arbeitsbelastung und das Engagement der Krankenkassenmitarbeiter widerspiegeln müsse. Das Ergebnis der Verhandlungen wird über Löhne und Arbeitsbedingungen von Tausenden Beschäftigten in der Region entscheiden.






