Kohlekraft in Deutschland: Rückgang trotz neuer Projekte wie Datteln 4
Amelie FrankeKohlekraft in Deutschland: Rückgang trotz neuer Projekte wie Datteln 4
Die Zukunft der Kohlekraft in Deutschland erscheint ungewiss: Im Jahr 2016 sank die Stromerzeugung aus Kohle um knapp ein Prozent. Trotz dieses Rückgangs werden einige Projekte weiter vorangetrieben – darunter das lange verzögerte Kraftwerk Datteln 4.
Das 1-Gigawatt-Steinkohlekraftwerk Datteln 4 war bereits 2011 zu 80 Prozent fertiggestellt. Der Energiekonzern Uniper hat seitdem über eine Milliarde Euro in das Projekt investiert und plant nun, nach Erhalt der letzten Genehmigung, die Inbetriebnahme. Das Unternehmen begründet dies mit der hohen Effizienz des Kraftwerks und seiner Fähigkeit, Strom für den Bahnverkehr umzuwandeln – Faktoren, die es zu einer sinnvollen Investition machten.
Zudem befinden sich zwei weitere Kohleprojekte in der Planung: das von Dow Chemicals geplante Kraftwerk sowie RWE’s BoAplus in Niederaußem. Gleichzeitig haben Energieversorger mehrere Anlagen für die endgültige Stilllegung gemeldet, was einer Gesamtkapazität von rund neun Gigawatt entspricht. Die Grünen fordern einen vollständigen Kohleausstieg innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte.
Sollte sich der Rückgang von 2016 fortsetzen, könnte das letzte deutsche Kohlekraftwerk bis 2038 vom Netz gehen.
Die Kohlekraft in Deutschland schrumpft – die Stromerzeugung geht stetig zurück, und ältere Anlagen werden stillgelegt. Dennoch zeigen Projekte wie Datteln 4, dass einige Unternehmen Kohle weiterhin als Teil des deutschen Energiemix sehen. Das Tempo des Wandels wird in den kommenden Jahren von politischen Entscheidungen und Marktbedingungen abhängen.






