Kirchenaustritte in NRW gehen zurück – doch die Kirche bleibt in der Krise
Elias KochKirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW gehen zurück – doch die Kirche bleibt in der Krise
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen leichten Rückgang der Mitgliederzahlen – von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen. Doch das Erzbistum Köln meldet auch positive Signale: Weniger Menschen treten aus der Kirche aus, während gleichzeitig die Zahl der Erwachsenentaufen und der Gottesdienstbesucher steigen.
Jahre lang hatte die Zahl der Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen stetig zugenommen. Während in den mittleren 2010er-Jahren noch etwa 100.000 bis 120.000 Menschen jährlich austraten, stieg die Zahl in jüngster Zeit auf über 200.000 an. Experten führten diesen Trend auf die fortschreitende Säkularisierung, nachlassende religiöse Bindungen insbesondere bei Jüngeren sowie auf Frustration über Missbrauchsskandale und die Haltung der Kirche zu gesellschaftlichen Themen zurück. Viele verwiesen zudem auf die schwindende Rolle der Religion im Alltag und einen generellen kulturellen Wandel weg von organisierter Glaubenspraxis.
2025 zeichnete sich jedoch eine Wende ab: In diesem Jahr verließen 84.440 Menschen die katholische Kirche – etwas weniger als die 86.946 Austritte, die 2024 registriert wurden. Insgesamt verzeichneten die katholische und die evangelische Kirche in der Region gemeinsam 152.783 Austritte – ein Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Generalvikar Guido Assmann betonte ermutigende Entwicklungen, darunter einen Anstieg der Gottesdienstbesucher und mehr Erwachsenentaufen.
Doch nicht alle teilen diesen Optimismus. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Fortschritte als bloße "Kosmetik". Er warnte, dass grundlegende Probleme wie das wachsende Misstrauen gegenüber der Kirche weiterhin ungelöst seien.
Die aktuellen Zahlen zeigen eine leichte, aber bemerkenswerte Verlangsamung der Austrittswelle aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen. Zwar sinkt die Mitgliederzahl weiterhin, doch das Erzbistum Köln verzeichnet mehr Erwachsenentaufen und eine höhere Gottesdienstbeteiligung. Kritiker jedoch argumentieren, dass die langfristigen Herausforderungen – insbesondere Vertrauen und gesellschaftliche Relevanz – noch immer nicht bewältigt sind.