10 June 2026, 14:28

Hambacher Forst vor erneuter Rodung: RWE will Braunkohleabbau wiederaufnehmen

"Diese Bäume dürfen nicht für Kohle sterben": Der Kampf um den Hambacher Wald

Hambacher Forst vor erneuter Rodung: RWE will Braunkohleabbau wiederaufnehmen

Der Energiekonzern RWE AG plant, den Braunkohleabbau im Hambacher Forst ab Oktober 2018 wiederaufzunehmen. Der uralte Wald, der auf eine 12.000-jährige Geschichte zurückblickt, beherbergt Bäume aus dem 18. Jahrhundert und über 140 bedrohte Arten. Nur ein Bruchteil des Waldes ist heute noch erhalten – weniger als 10 Prozent der ursprünglichen Baumkronenfläche haben überlebt.

RWE begann 1978 mit der Rodung des Hambacher Forstes, um an die darunterliegenden Braunkohlevorkommen zu gelangen. Das heutige Tagebaugebiet erstreckt sich über 85 Quadratkilometer und reicht in Tiefen von 370 bis 450 Metern. Jährlich werden hier 40 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert, die fünf benachbarte Kraftwerke versorgen. Diese erzeugen 15 Prozent des Stroms in Nordrhein-Westfalen, sind jedoch für etwa 10 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen Deutschlands verantwortlich.

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Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat einen Stopp für weitere Abholzungen im Wald gefordert. Sechs Mitglieder der Kohlekommission warnten zudem, sie könnten zurücktreten, falls RWE die Rodungen fortsetzt. Aktivisten und Umweltschutzorganisationen setzen sich weiterhin für ein Moratorium beim Ausbau der Braunkohleförderung in Deutschland ein.

Der Hambacher Forst steht nun an einem Scheideweg: Nur noch 200 Hektar seines Kerngebiets sind erhalten. Der Tagebau und die von ihm belieferten Kraftwerke spielen eine zentrale Rolle für die Energieversorgung der Region – gleichzeitig prägen sie ihren CO₂-Fußabdruck maßgeblich. Die Forderungen nach einem Stopp des Abbaus werden unter Politikern und Aktivisten immer lauter.

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