GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen spalten Mitglieder und Kunden
Elias KochGLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen spalten Mitglieder und Kunden
Die GLS Bank steht nach der Entscheidung, Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe zu schließen, massiv in der Kritik. Der Schritt löste Proteste aus, führte zu einem offenen Brief tausender Kund:innen und wirft Vorwürfe politischer Voreingenommenheit auf – die Bank betont jedoch, aus rechtlichen Gründen gehandelt zu haben.
Auf der jüngsten Mitgliederversammlung in Bochum sprachen sich die Anwesenden mit großer Mehrheit für die Bankführung aus: 676 von 720 Stimmen unterstützten die Entscheidungen des Vorstands.
Der Streit begann, als die GLS Bank ankündigte, die Konten der DKP und der Roten Hilfe zu kündigen. Begründet wurde dies mit regulatorischen Pflichten, verdächtige Transaktionen zu melden, die möglicherweise mit Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung in Verbindung stehen könnten. Zwar verlangen Aufsichtsbehörden solche Maßnahmen, doch Kritiker:innen werfen der Bank „vorauseilenden Gehorsam“ und ein Nachgeben gegenüber politischem Druck vor.
Die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf: In einem offenen Brief, den Tausende unterzeichneten, wurde die Bank aufgefordert, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Die Verfasser:innen warnten vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“ bei den Kund:innen. Unterdessen kündigte DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger an, seine Partei werde die Geschäftsbeziehung zur GLS Bank vollständig beenden – der Schritt gehe zu weit.
Die GLS Bank führte daraufhin Gespräche mit betroffenen Kund:innen und gab Hinweise, wie sich Transaktionen vermeiden lassen, die weitere Prüfungen auslösen könnten. Trotz der Kritik bleiben die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank vorerst bestehen. Gleichzeitig entschied ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Organisation vorläufig weiterführen muss – eine Debatte über Bankenrestriktionen gewinnt damit an Brisanz.
Die Mitgliederversammlung der GLS Bank fand im Rahmen eines Nachhaltigkeitsfestivals in Bochum statt. Der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck gab einen Auftritt, der jedoch in keinem Zusammenhang mit den Kontoschließungen stand. Während der Versammlung bekräftigten die Mitglieder ihre Unterstützung für den Vorstand und signalisierten damit Vertrauen in dessen Krisenmanagement.
Die GLS Bank hält daran fest, dass ihre Maßnahmen rechtlich geboten und nicht politisch motiviert seien. Zwar wurden die Konten der Roten Hilfe (noch) nicht geschlossen, die DKP hat die Bank jedoch bereits verlassen. Angesichts der Spannung zwischen regulatorischen Anforderungen und Kundenerwartungen dürften die nächsten Schritte der Bank weiterhin genau beobachtet werden.






