GKV-Spitzenverband plant radikale Sparmaßnahmen bei Arztterminen und Budgets
Elias KochGKV-Spitzenverband plant radikale Sparmaßnahmen bei Arztterminen und Budgets
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland stehen weiterhin unter erheblichem Finanzdruck. Der GKV-Spitzenverband hat nun neue Sparmaßnahmen vorgeschlagen, um die Situation zu entschärfen. Dazu gehören die Abschaffung von Zusatzgebühren für Facharztbehandlungen sowie die Wiedereinführung von Budgetobergrenzen für bestimmte Leistungen.
Der GKV-Spitzenverband will die durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) eingeführten Zusatzgebühren für Facharzttermine streichen. Zudem plant er, die Budgetdeckel für kinderärztliche und hausärztliche Leistungen wieder einzuführen. Vorgeschlagen wird auch ein zentrales Online-Portal zur Terminvergabe und Behandlungssteuerung.
Professor Dr. Hermann Helmberger, stellvertretender Vorsitzender des SpiFa, hat sich deutlich gegen die Pläne ausgesprochen. Er betont, dass Ärzte bereits verantwortungsvoll über Patiententermine entscheiden. Die aktuellen Vorschläge zeigten seiner Meinung nach Misstrauen gegenüber ihrer fachlichen Einschätzung. Helmberger erinnert zudem daran, dass frühere Versuche, die Budgetierung bei grundlegenden Leistungen abzuschaffen, später vom GKV-Spitzenverband selbst rückgängig gemacht wurden.
Besonders kritisch sieht er die Idee einer einheitlichen Plattform für die Steuerung von Haus- und Facharztterminen. Helmberger warnt, die Ärzteschaft werde solche digitalen Vorgaben ablehnen, wenn sie das Wohl der Patienten gefährden.
Ziel der geplanten Maßnahmen ist es, die Ausgaben des angeschlagenen Krankenkassensystems zu senken. Doch Helmberger gibt zu bedenken, dass dadurch die Versorgung von 75 Millionen Patienten leiden könnte. Die Debatte macht die Spannung zwischen finanziellen Zwängen und der Qualität der medizinischen Versorgung deutlich.
