23 April 2026, 00:21

Geheimverhandlungen um Löhne im Solinger Klinikum lösen Empörung aus

Plakat mit Text, der zur Unterstützung während einer Krise aufruft, mit einer Skizze auf der linken Seite.

Geheimverhandlungen um Löhne im Solinger Klinikum lösen Empörung aus

Streit um Bezahlbedingungen im Solinger Städtischen Klinikum eskaliert nach geheimen Verhandlungen

Die Auseinandersetzungen um die Lohnbedingungen im Städtischen Klinikum Solingen haben sich verschärft, nachdem lokale politische Gruppen die Diskussionen in nicht-öffentliche Sitzungen verlagert haben. Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) übt scharfe Kritik sowohl an der neuen Gehaltsstruktur des Krankenhauses als auch an der intransparenten Entscheidungsfindung. Vertreter der Gruppe argumentieren, dass die Änderungen eine faire Bezahlung für unersetzliche Fachkräfte im Gesundheitswesen untergraben.

Die BfS verurteilte den Schritt von CDU, FDP und SPD, die Verhandlungen über künftige Lohnbedingungen in nicht-öffentlichen Ausschusssitzungen zu führen. Nach Ansicht der Gruppe werde durch den Ausschluss der Öffentlichkeit die Rechenschaftspflicht bei Entscheidungen aufgehoben, die zahlreiche Beschäftigte betreffen. Jan Salewski von der BfS betonte, dass Themen von solch großer Tragweite eine offene Debatte erfordern – "und keine Hinterzimmerverhandlungen".

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Besonders wütend reagiert die BfS auf das überarbeitete Gehaltsmodell des Klinikums. Zwar wird das Tarifsystem nicht vollständig aufgegeben, doch die neue Struktur sieht deutlich niedrigere Löhne vor. Martin Bender, Sprecher der BfS, nannte den Ansatz "zynisch" und warnte vor einer Destabilisierung der Arbeitsbedingungen. Solche Maßnahmen stünden im Widerspruch zu den Grundwerten der Bürgergemeinschaft, so Bender.

Die Gruppe wies zudem die Begründung zurück, wirtschaftliche Zwänge rechtfertigten die Kürzungen. Stattdessen argumentiert die BfS, dass die Unterbezahlung qualifizierten Personals zu einem Abwandern von Fachkräften führe – statt sie zu halten. Die Krankenhausmitarbeiter, deren unersetzlicher Einsatz in der öffentlichen Gesundheitsversorgung gelobt werde, erhielten derzeit bei Weitem nicht das Gehalt, das ihrer Leistung entspreche, hieß es seitens der BfS.

Klar ist für die Bürgergemeinschaft: Der eingeschlagene Weg gefährdet die Personalbindung und die Motivation der Belegschaft. Während den politischen Parteien vorgeworfen wird, die Interessen der Beschäftigten zu ignorieren, dreht sich der Konflikt nun um die Frage, ob Lohnkürzungen die finanziellen Probleme lösen – oder sie weiter verschärfen. Die Entscheidung wird maßgeblich darüber bestimmen, wie das Klinikum künftig dringend benötigte Fachkräfte im Gesundheitswesen gewinnen und halten kann.

Quelle