Geheime EU-Gespräche mit Taliban-Vertretern sorgen für politische Spannungen
Felix HoffmannGeheime EU-Gespräche mit Taliban-Vertretern sorgen für politische Spannungen
In Brüssel fand am Dienstag ein nicht öffentliches Treffen zwischen EU-Vertretern und einer afghanischen Delegation statt. Die Zusammenkunft wurde unter größter Diskretion abgehalten; eine vorherige Ankündigung blieb aus. An den Gesprächen nahmen fünfzehn Vertreter aus EU-Mitgliedstaaten teil.
Die afghanische Delegation reiste mit fünf Kurzzeitvisa nach Belgien ein, ihr Aufenthalt war auf einen einzigen Tag begrenzt. Offizielle Stellen betonten, das Treffen habe rein technischen Charakter gehabt und sich auf die Rückführung und Wiederaufnahme afghanischer Staatsbürger ohne legalen Aufenthaltsstatus in der EU konzentriert.
Das Treffen knüpfte an frühere Gespräche an, die in den vergangenen Monaten in Kabul stattgefunden hatten. Brüssel unternahm gezielte Schritte, um öffentliche Aufmerksamkeit zu vermeiden; eine offizielle Bestätigung erfolgte erst nach Abschluss der Veranstaltung. Die Europäische Kommission stellte später klar, dass die Gespräche keinesfalls eine diplomatische Anerkennung des Taliban-Regimes bedeuten würden.
Der Besuch unterstrich eine politische Zwickmühle: der Umgang mit einem Regime, das weltweit wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen kritisiert wird. Die grüne Europaabgeordnete Hannah Neumann warnte öffentlich davor, der Taliban falsche Signale zu senden. Einige europäische Regierungen hatten zuvor auf strengere Abschiebemechanismen gedrängt, angesichts des steigenden Migrationsdrucks.
Das Treffen endete ohne die Verkündung formaler Vereinbarungen. EU-Vertreter hielten daran fest, dass sich der Dialog auf praktische Migrationsfragen beschränke. Die politische Kontroverse um die Begegnung zeigte indes keine Anzeichen einer Beruhigung.






