GDL-Streik legt Deutschlands Bahnverkehr für 35 Stunden lahm – Chaos droht erneut
Felix HoffmannGDL-Streik legt Deutschlands Bahnverkehr für 35 Stunden lahm – Chaos droht erneut
Deutschlands Bahnnetz steht vor neuen Behinderungen: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft zu einem 35-stündigen Streik auf. Sowohl der Güter- als auch der Personenverkehr werden schwer beeinträchtigt – es handelt sich bereits um die fünfte Streikwelle innerhalb weniger Monate. Parallel dazu kündigte die Gewerkschaft ver.di separate Arbeitsniederlegungen im Luftverkehr an.
Lokführer Jörg aus Köln unterstützt den Ausstand. Er begründet dies mit der hohen Verantwortung des Berufs und den belastenden Schichtmodellen, die es unmöglich machten, eine Familie von einem einzigen Gehalt zu ernähren. Trotz seiner Überzeugung gibt er zu, dass er von Freunden und Verwandten auf Skepsis stoße, wenn es um die Streikmaßnahmen gehe.
Die Deutsche Bahn verurteilte die Pläne der GDL scharf und bezeichnete die Einschränkungen für Fahrgäste als inakzeptabel. Offiziell sieht der Tarifvertrag für Triebwagenführer eine 39-Stunden-Woche vor – doch durch Personalmangel werden die Schichten in der Praxis oft deutlich ausgeweitet. Die Streikenden fordern nun eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.
GDL-Chef Claus Weselsky drohte mit weiteren, unvorhersehbaren Streikwellen, die jeweils nur 48 Stunden im Voraus angekündigt werden sollen. Die anhaltenden Arbeitskämpfe haben bereits für massives Reisechaos gesorgt, ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Die Auseinandersetzung dreht sich vor allem um Arbeitszeiten, Bezahlung und die Belastung der Lokführer, die häufig überlange Schichten absolvieren müssen.
Die Streiks lähmen den Bahnverkehr weiterhin und setzen Pendler wie Unternehmen gleichermaßen unter Druck. Da beide Seiten unnachgiebig bleiben, sind weitere Ausstände wahrscheinlich – es sei denn, es kommt doch noch zu einer Einigung.






