19 April 2026, 08:32

Gabriel Boric hält emotionale Abschiedsrede vor Machtwechsel in Chile

Zwei Männer stehen an Rednerpulten und sprechen vor einem sitzenden Publikum, wobei der Mann links als Juan Manuel Santos, Präsident von Chile, identifiziert wird.

Gabriel Boric hält emotionale Abschiedsrede vor Machtwechsel in Chile

Chiles Präsident Gabriel Boric hat seine letzte Ansprache vor dem Amtsantritt seines Nachfolgers gehalten und damit das Ende einer vierjährigen Amtszeit markiert. In einer emotionalen, etwa zehnminütigen Rede blickt er auf seine Erfolge zurück – und auf die Herausforderungen, die bleiben. Die Macht geht nun an José Antonio Kast über, den ersten rechtsextremen Regierungschef Chiles seit der Wiederherstellung der Demokratie im Jahr 1990.

Boric war mit 36 Jahren einer der jüngsten Präsidenten Chiles geworden. Nun, mit 40, beschreibt er das Land als in besserer Verfassung als zu Beginn seiner Amtszeit. Gleichzeitig räumt er ein, zentrale Wahlversprechen nicht erfüllt zu haben – darunter die Abschaffung der Studiengebührenschulden und die Einführung eines nationalen Betreuungssystems für Kinder. Die politische Opposition habe Fortschritte in beiden Bereichen blockiert, so Boric.

Der scheidende Präsident gestand in seiner Rede auch Fehler während seiner Amtszeit ein, etwa die unglückliche Handhabung des Falls Monsalve – ein viel beachteter Justizskandal – sowie den gescheiterten Kauf des ehemaligen Wohnsitzes von Ex-Präsident Salvador Allende. Trotz dieser Rückschläge versicherte Boric, der Übergang zur Regierung Kast werde reibungslos und ohne Störungen verlaufen.

In seinen abschließenden Worten gelobte Boric, sich weiterhin für ein Chile einzusetzen, das "gerechter, würdevoller und gleichberechtigter" sei. Mit sichtlicher Bewegtheit und Dankbarkeit betonte er, alles gegeben zu haben, um den Anforderungen des Amtes gerecht zu werden. Seine Rede endete mit dem festen Versprechen, auch nach dem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt im öffentlichen Leben aktiv zu bleiben.

Borics Abgang leitet eine politische Wende in Chile ein: Kast wird die erste rechtsextreme Regierung des Landes seit Jahrzehnten führen. Die Amtszeit Borics war von Fortschritten, aber auch von unerfüllten Zielen geprägt. Die neue Regierung übernimmt nun die Verantwortung in einem Land, das weiterhin mit wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen ringt.

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