Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Felix HoffmannFrauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Frauen dominieren die Apothekenbranche in Deutschland – doch strukturelle Benachteiligung bleibt
Fast neun von zehn Beschäftigten in deutschen Apotheken sind Frauen. Die Adexa, die Berufsvertretung für Apothekenmitarbeiter, betont ihre unverzichtbare Rolle und fordert dringend Maßnahmen gegen die anhaltende strukturelle Diskriminierung in der Branche.
Laut offiziellen Zahlen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) sind 89,2 Prozent der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken weiblich. Noch deutlicher ist das Ungleichgewicht bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und Pharmaziehelferinnen: Hier liegt der Frauenanteil bei 96,6 bzw. 97,5 Prozent. Auch unter den approbierten Apothekerinnen überwiegt mit 74,1 Prozent der weibliche Anteil.
Tanja Kratt, Vorstandsmitglied der Adexa, besteht darauf, dass die Branche die anhaltende Ungleichbehandlung angehen muss. Frauen in Deutschland verdienen im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer bei vergleichbarer Arbeit – das entspricht einer Lohnlücke von 16 Prozent. Zudem tragen sie den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit: Sie übernehmen zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Großteil der Hausarbeit und den größten Teil der Pflege von Angehörigen.
Die Adexa fordert eine stärkere Würdigung dieser Leistungen. Der Verband drängt die Politik, Teilzeitarbeit besser abzusichern und Care-Arbeit fairer in der Rentenberechnung zu berücksichtigen. Zudem setzt sich die Adexa für verbesserte Arbeitsbedingungen ein, darunter flexible Arbeitszeiten, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können.
Die Forderungen kommen zu einer Zeit, in der Frauen weiterhin das Rückgrat der öffentlichen Apotheken bilden. Die Adexa betont, dass faire Bezahlung, Anerkennung von Care-Arbeit und flexible Arbeitsmodelle entscheidend sind, um die Belegschaft zu stärken. Ohne diese Veränderungen werden sich die strukturellen Nachteile in der Branche weiter verfestigen.
