FDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei rechtsextremer Jungen Freiheit
Julian KleinFDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei rechtsextremer Jungen Freiheit
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist ein Streit über ein Interview entbrannt, das ihr Generalsekretär einem rechtsextremen Medium gegeben hat. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte Martin Hagen öffentlich für das Gespräch mit der Jungen Freiheit – und löste damit eine breitere Debatte in der Partei aus.
Leutheusser-Schnarrenberger, eine prägende Figur des linksliberalen FDP-Flügels, argumentierte, dass der Austausch mit der Jungen Freiheit die Gefahr berge, die rechtsextreme AfD zu normalisieren. Sie warnte, eine solche Gesprächsbereitschaft verleihe einer Partei Legitimität, die sie als ethnonationalistisch und antiwestlich bezeichnete.
Hagen verteidigte hingegen seine Entscheidung. Er betonte, die Junge Freiheit sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem beklagte er, die Gesellschaft habe – besonders während der Amtszeit Angela Merkels – die Fähigkeit verloren, konstruktiv zu streiten.
Unterstützung erhielt Hagen von der FDP-Bundesvorstandsmitglied Susanne Seehofer. Sie unterstrich die Bedeutung, sich auch mit Positionen außerhalb der gewohnten Parteikreise auseinanderzusetzen. Unterdessen zog sich Sabine Döring von einer Podiumsdiskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung zurück und begründete dies mit Vorbehalten gegen das gewählte Diskussionsforum.
Der Spiegel kommentierte, mit dem Interview sei eine journalistische Grenze überschritten worden. Hagen hingegen betonte, die FDP werde niemals mit der AfD kooperieren – diese sei aufgrund ihrer ideologischen Ausrichtung ein „unvereinbarer Partner“.
Der Konflikt offenbart tiefe Gräben in der FDP darüber, wie mit rechtsextremen Medien und Parteien umzugehen ist. Hagens Interview stößt auf sowohl Kritik als auch Zustimmung, doch die Partei stellt klar: Eine Annäherung an die AfD kommt nicht infrage. Die Debatte spiegelt die größeren Spannungen wider, die in Deutschland über politische Abgrenzung und Dialogbereitschaft bestehen.
