EU-Israel-Konflikt eskaliert nach Apartheid-Vergleich durch Kallas
Die Spannungen zwischen Israel und der EU haben sich verschärft, nachdem der Außenbeauftragte des Blocks scharfe Kritik geübt hatte. Israelische Beamte haben die diplomatischen Kontakte zur EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas eingefroren, nachdem sie Israels Politik mit dem Apartheid-Regime in Südafrika verglichen hatte.
Der Streit begann, als Kallas die Lage in Israel mit der Situation in Südafrika zur Zeit der Apartheid gleichsetzte. Als Reaktion darauf setzte Israels Außenminister Gideon Sa’ar sämtliche offizielle Kommunikation mit ihr aus. Israel hat dieses Kontaktverbot inzwischen auf alle Gespräche mit Kallas in ihrer Funktion als höchste EU-Diplomatin ausgeweitet.
Unterdessen hat die Europäische Kommission eigenständige Schritte in der Außenpolitik unternommen. Kürzlich entsandte sie Kommissarin Dubravka Šuica nach Tel Aviv – ein Schritt, der mehrere europäische Hauptstädte überraschte. Der Besuch war zwar Monate im Voraus geplant worden, stand aber ursprünglich nicht auf Šuicas offiziellen Terminkalender.
Die Kommission hat Kallas öffentlich nicht in Schutz genommen, was unter EU-Diplomaten auf Unverständnis stößt. Diese Uneinigkeit unterstreicht die wachsende Rivalität zwischen der Kommission und dem Europäischen Auswärtigen Dienst. Die Kommission baut ihre Rolle in der Außenpolitik weiter aus und hat sogar neue Abteilungen mit Fokus auf den Nahen Osten eingerichtet.
In der Folge scheint die EU in außenpolitischen Fragen mit zwei verschiedenen Stimmen zu sprechen. Diese Spaltung gefährdet die geschlossene Haltung des Blocks im Umgang mit Israel.
Israels Aussetzung der Kontakte zu Kallas bleibt vorerst bestehen. Die eigenständigen diplomatischen Initiativen der Kommission erschweren zudem die Beziehungen der EU zu Israel. Die Situation zeigt die Herausforderungen, eine einheitliche Außenpolitik der Union aufrechtzuerhalten.
