30 April 2026, 14:28

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger und Journalist im Machtkampf

Alte Zeitungsvorderseite mit der Schlagzeile "L'opinion" in schwarzer Tinte auf vergilbtem Papier.

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger und Journalist im Machtkampf

Ein öffentlicher Streit ist zwischen Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und dem Journalisten Franz Sommerfeld eskaliert. Der Konflikt begann, nachdem Sommerfeld die politische Ausrichtung der Zeitung nach dem Abschied der langjährigen Chefkorrespondentin Anja Reich-Osang kritisiert hatte. Friedrich konterte mit einem scharf formulierten persönlichen Artikel und verschärfte die Spannungen damit weiter.

Auslöser des Streits war der Abgang von Anja Reich-Osang, die 30 Jahre für die Berliner Zeitung gearbeitet hatte. Franz Sommerfeld stellte daraufhin öffentlich den redaktionellen Kurs der Zeitung nach ihrem Ausscheiden infrage.

Friedrich reagierte mit einem persönlichen Kommentar, in dem er Sommerfelds Äußerungen als "völligen Unsinn" und "gefährlich" für die Belegschaft zurückwies. Besonders die Behauptungen über Reich-Osangs Abschied bezeichnete er als haltlos. Dabei verschwieg er jedoch, dass die ursprüngliche Kritik von Sommerfeld selbst stammte – und nicht von der Berliner Zeitung als Institution.

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Der Verleger warf Sommerfeld zudem vor, einen "erfundenen Text" über seine Ehefrau verbreitet zu haben, und griff das Medienportal kress wegen "unobjektiver Berichterstattung" an. Auf Nachfrage blieb Friedrich bei seiner Stellungnahme und betonte, er werde kein Wort zurücknehmen. Beobachter fragten später, ob seine aggressive Reaktion sein Bekenntnis zu journalistischen Standards untergrabe.

Friedrich ging noch einen Schritt weiter und bezeichnete die Entscheidung der Berliner Zeitung, Sommerfelds Kritik zu verbreiten, als "problematisch". Er forderte die Redaktion auf, ihr Vorgehen zu überdenken – und vertiefte damit die inneren Gräben.

Die Auseinandersetzung wirft Fragen nach Führung und Verantwortung bei der Berliner Zeitung auf. Friedrichs Weigerung, seine Position zu korrigieren, und seine scharfen Konter haben Kritik hervorgerufen, insbesondere an seiner Fähigkeit, mit Kritik umzugehen. Der Eklat folgt auf Reich-Osangs Abschied und markiert eine Phase der Ungewissheit über die künftige Ausrichtung der Zeitung.

Quelle