13 March 2026, 14:17

Erzbistum Paderborn bestätigt Missbrauch durch Kardinal Degenhardt in den 1970ern

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der katholischen Kirche dokumentiert, einschließlich Bildern von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn bestätigt Missbrauch durch Kardinal Degenhardt in den 1970ern

Das Erzbistum Paderborn hat Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt bestätigt. Eine unabhängige Untersuchung ergab glaubwürdige Beweise dafür, dass er in den 1970er- und 1980er-Jahren mindestens drei Minderjährige missbraucht hat. Die Enthüllungen sind Teil einer umfassenden Aufarbeitung der deutschen katholischen Kirche, die seit Jahrzehnten von Missbrauchsskandalen erschüttert wird.

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche Deutschlands wurde erstmals 2010 öffentlich. Seither arbeiten Bistümer im ganzen Land daran, frühere Vergehen aufzudecken und Opfer zu entschädigen. Bis Donnerstag wurden insgesamt 93 Millionen Euro an Betroffene sexueller Gewalt gezahlt.

Eine Studie aus dem Jahr 2023 belegte 489 Missbrauchsfälle im Erzbistum Paderborn zwischen 1941 und 2002, an denen 210 beschuldigte Personen beteiligt waren. Infolge dieser Ergebnisse beauftragte das Bistum den Anwalt Thomas Eisenhauer mit einer unabhängigen Untersuchung der Handlungen Degenhardts. 2024 bestätigte die Untersuchung, dass der verstorbene Kardinal Minderjährige im Johannisstift in Paderborn sexuell missbraucht hatte.

Bishop Udo Markus Bentz bezeichnete die Ergebnisse als Beleg für ein institutionelles Versagen. Öffentlich bat er die Opfer um Vergebung und räumte das Ausmaß des Missbrauchs im Erzbistum ein. Reinhold Harnisch, Sprecher des Betroffenenverbands, begrüßte die Entschuldigung als einen Schritt zur Wiederherstellung der Würde der Überlebenden. Zudem sprach er sich dafür aus, Straßen umzubenennen, die Degenhardt und seinen Vorgänger, Kardinal Lorenz Jaeger, ehren – beide stehen im Verdacht, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben.

Das Erzbistum Paderborn hat zugesagt, die Untersuchungen bis Mitte 2025 abzuschließen. Weitere Maßnahmen umfassen mögliche Entschädigungszahlungen an Opfer sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse.

Die Ermittlungen zu Degenhardts Handlungen werden fortgesetzt; ein Abschlussbericht wird für Mitte 2025 erwartet. Das Erzbistum bekräftigte sein Bekenntnis zu Transparenz, einschließlich möglicher Entschädigungen für Betroffene und der vollständigen Offenlegung der Untersuchungsergebnisse. Diese Schritte sind Teil jahrelanger Bemühungen, historische Missbrauchsfälle in der deutschen katholischen Kirche aufzuarbeiten.

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