Empörung über geplante Schließung des St.-Lucius-Krankenhauses in Solingen-Ohligs bis 2026
Amelie FrankeEmpörung über geplante Schließung des St.-Lucius-Krankenhauses in Solingen-Ohligs bis 2026
Die Pläne der Kplus Gruppe, das St.-Lucius-Krankenhaus in Ohligs bis 2026 zu schließen, haben bei lokalen Politikern und Bürgervertretern Empörung ausgelöst. Die Bürgergemeinschaft für Solingen e.V. (BfS) bezeichnete die Entscheidung als „Schlag ins Gesicht“ für die Einwohner, insbesondere für die im Westen der Stadt. Kritiker werfen dem Vorhaben vor, die Lehren aus der COVID-19-Pandemie zu ignorieren, die die Bedeutung eines leistungsfähigen Krankenhausnetzes deutlich gemacht habe.
Jan Michael Lange, Vorsitzender der BfS/ABI, verurteilte die Schließung als Vertrauensbruch gegenüber der Bevölkerung. Er betonte, dass das St.-Lucius-Krankenhaus eine zentrale Rolle als Notfallzentrum spiele – vor allem bei Unfällen auf der nahegelegenen Autobahn A3. Lange kündigte an, das städtische Krankenhaus in Solingen zu einem zentralen Gesundheitsversorgungsstandort auszubauen, um allen Bürgern Zugang zu umfassenden medizinischen Leistungen zu garantieren.
Auch Martin Bender, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der BfS/ABI, äußerte sich verärgert. Er warf der Kplus Gruppe und sogar der Kirche vor, Gesundheitsversorgung als finanzielles Investment statt als öffentliche Aufgabe zu behandeln. Bender bestand darauf, dass medizinische Versorgung in öffentlicher Hand bleiben müsse: „Gesundheit ist keine Ware für Spekulationen, sondern eine grundlegende öffentliche Dienstleistung.“
Die BfS hinterfragte zudem den Zeitpunkt der Entscheidung und argumentierte, die Pandemie habe die Risiken einer Verringerung der Krankenhauskapazitäten deutlich gezeigt. Lokale Vertreter befürchten nun, dass die Schließung Versorgungslücken in der Notfall- und Regelversorgung für Tausende in der Region hinterlassen wird.
Die Ankündigung hat Solingens Politiker entschlossen, sich zur Wehr zu setzen. Pläne, die Rolle des städtischen Krankenhauses auszuweiten, sind bereits in Arbeit – Lange versprach, die durch das St.-Lucius-Krankenhaus entstehende Lücke zu schließen. Gleichzeitig erhöht die BfS weiter den Druck auf die Kplus Gruppe, die Entscheidung zu überdenken, und warnt davor, dass die Schließung die medizinische Versorgung in der Region auf Jahre hinaus schwächen könnte.






