"Ein Tag ohne uns": Warum Frauen weltweit am 9. März streiken
Eine weltweite Basisbewegung ruft Frauen dazu auf, sich für einen Tag aus dem Alltag zurückzuziehen. Die unter dem Namen "Ein Tag ohne uns" bekannte Kampagne entstand ursprünglich in Mexiko als Protest gegen geschlechtsspezifische Gewalt und strukturelle Ungleichheit. Seit ihrem Start hat die Initiative Grenzen überschritten und findet immer breitere Unterstützung.
Die Bewegung nahm am 9. März 2020 ihren Anfang, als feministische Gruppen in Mexiko zu einem landesweiten Frauenstreik aufriefen. Ihr Ziel: die unverzichtbare Rolle von Frauen in der Gesellschaft sichtbar zu machen – in Arbeitswelt, Schulen, Wirtschaft und Kultur. Durch ihren Rückzug aus dem öffentlichen Leben wollten die Organisatorinnen die tief verwurzelten Ungerechtigkeiten aufzeigen, denen Frauen täglich ausgesetzt sind.
Der Protest ist friedlich, aber wirkungsvoll: Frauen werden aufgefordert, der Arbeit fernzubleiben, öffentliche Räume zu meiden und selbst auf soziale Medien zu verzichten. Zudem sollen sie an diesem Tag auf Einkäufe verzichten, um die wirtschaftliche Bedeutung ihrer Abwesenheit zu demonstrieren. Rechtliche Grundlage bietet Artikel 4 der mexikanischen Verfassung, der Gleichberechtigung und ein Leben frei von Gewalt garantiert.
Was als lokale Aktion begann, hallt inzwischen weltweit nach. Frauen in verschiedenen Ländern haben die Kampagne übernommen und nutzen das kollektive Fernbleiben, um Veränderung einzufordern. Die Botschaft ist klar: Ohne den Beitrag von Frauen kommt die Gesellschaft zum Stillstand.
Die "Ein Tag ohne uns"-Initiative wächst weiter, mit Frauen auf der ganzen Welt, die sich für Gleichberechtigung und Sicherheit einsetzen. Indem sie ihre Routinen vorübergehend unterbrechen, machen sie den oft unsichtbaren Wert ihrer Arbeit und Präsenz sichtbar. Die Bewegung bleibt eine eindringliche Mahnung, wie viel noch getan werden muss, um geschlechtsspezifische Gewalt und strukturelle Diskriminierung zu überwinden.






