12 March 2026, 08:17

Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet die Nachbarschaft

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Plakaten an den Wänden und einer Straße im Vordergrund.

Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet die Nachbarschaft

Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor – öffentliche Informationsveranstaltung am Donnerstagabend

Am Donnerstagabend wird die Stadt Düsseldorf in einer öffentlichen Versammlung die Pläne für ein neues Drogenberatungs- und -hilfezentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Einrichtung soll Betroffenen mit Suchtproblemen Beratung, medizinische Versorgung und psychiatrische Unterstützung bieten. Doch das Vorhaben stößt bereits jetzt auf heftigen Widerstand aus der Nachbarschaft und von lokalen Initiativen.

Für das Projekt hat die Stadt im diesjährigen Haushalt 3,3 Millionen Euro eingeplant. Vorbild ist das Züricher Modell, das kontrollierte Konsumräume unter hygienischen Bedingungen mit strengen Regeln gegen öffentlichen Drogenkonsum und -handel verbindet. Die Düsseldorfer Variante soll schrittweise eingeführt werden, beginnend in diesem Sommer.

Die Gegenwehr formiert sich bereits: Die Bürgerinitiative "Eisenstraße" hat über 2.200 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt. Anwohner, benachbarte Schulen und Kitas kritisieren, der gewählte Standort in einem Wohngebiet sei ungeeignet. Zudem argumentiert die Initiative, die geplanten Konsumräume verstießen gegen geltendes Recht.

Auf der Veranstaltung am Donnerstag erhalten Bürger die Möglichkeit, Fragen an die Verantwortlichen zu richten. Vertreter aus der Sozialberatung und der Straßenarbeit werden erläutern, wie das Zentrum durch die Reduzierung offenen Drogenkonsums die Sicherheit erhöhen soll. Die Stadt betont, das Projekt werde zu saubereren Straßen führen und bessere Hilfsangebote für gefährdete Menschen schaffen.

Das Züricher Modell, das vor fünf Jahren eingeführt wurde, umfasst regelmäßige Drogentests, Jugendprävention und Schadensminimierungsprogramme. Diese Maßnahmen haben nach Angaben der Stadt öffentlichen Konsum verringert und die Gesundheitssituation der Nutzer verbessert.

Trotz der Zusagen der Stadt bleibt das Oberbilker Zentrum umstritten. Sollte es genehmigt werden, wäre dies ein grundlegender Wandel im Umgang Düsseldorfs mit Sucht und öffentlicher Sicherheit. Der stufenweise Start ist für die kommenden Monate geplant – abhängig von Bürgerfeedback und rechtlicher Prüfung.

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